Neuer Report zu Gefahr von Glyphosat

22.03.2017 • 21:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wien. Global 2000 veröffentlicht heute den Report „Glyphosat und Krebs – Gekaufte Wissenschaft“, der unter anderem aufzeigen soll, wie der US-Saatgutriese Monsanto aktiv daran beteiligt war, dass das Herbizid weiter verwendet werden darf. Für Mitautor Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei Global 2000, ist Glyphosat weiterhin krebserregend und gehört daher verboten.

Der gemeinsam mit Peter Clausing und Claire Robinson verfasste Report enthält zum Teil bekannte Argumente der Glyphosat-Gegner, jedoch hat die Thematik einerseits durch die dieses Jahr auslaufende Zulassung des Herbizids und zuletzt auch durch in den USA publik gewordene E-Mails von Monsanto aktuell wieder an Brisanz gewonnen. Diese „legen den Verdacht nahe, dass Monsanto offenbar versucht hat, auf Studien einzelner Forscher Einfluss zu nehmen“, schrieb dazu die „Süddeutsche Zeitung“.

Burtscher berief sich in der Studie u. a. erneut auf die Einschätzung der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC), die Glyphosat 2015 in der Kategorie 2A – „wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen“ – eingereiht hat. Wissenschaftliche Mängel in den Industriestudien seien hingegen der Grund dafür, dass die EU-Institutionen dieser Sichtweise nicht folgen. Die IARC stellte in der Begründung zu Glyphosat aufgrund von vier Herstellerstudien auch fest, dass es Beweise für eine Genotoxizität als krebserregenden Mechanismus gebe. Auch diese Einschätzung wird von den EU-Behörden nicht geteilt.