Schlammlawine reißt Hunderte Menschen mit

02.04.2017 • 20:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ganze Wohnviertel wurden unter dem Schlamm begraben.  2500 Helfer waren im Einsatz, um Verletzte zu bergen. Foto: ap
Ganze Wohnviertel wurden unter dem Schlamm begraben.  2500 Helfer waren im Einsatz, um Verletzte zu bergen. Foto: ap

Heftiger Regen führte in der kolumbianischen Stadt Mocoa zu Überschwemmungen und Erdrutschen.

bogota. Die Katastrophe traf die Menschen mitten im Schlaf: In der Nacht auf Samstag ließ heftiger Regen drei kleine Flüsse in der Anden-Stadt zu reißenden Strömen anwachsen und über die Ufer treten. Hunderte Menschen wurden von Wassermassen mitgerissen, ganze Wohnviertel unter Schlamm begraben.

Ganze Wohnviertel zerstört

Bis Sonntagmittag MESZ war von mindestens 238 Toten in Mocoa die Rede. Rund 200 Einwohner wurden verletzt, rund 400 noch vermisst. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos verhängte den Ausnahmezustand. Luftbilder zeigten schwere Schäden. Mocoa liegt in der Nähe der Grenze zu Ecuador, rund 630 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bogota. „Ein großer Teil der Bevölkerung ist von der Lawine quasi mitgerissen worden. Häuser in 17 Vierteln sind praktisch ausradiert worden“, sagte Bürgermeister Jose Antonio Castro. „Mein Haus wurde auch zerstört, der Schlamm steht bis an die Decke“, berichtete Castro.

Die Flüsse Mocoa, Mulato und Sancoyaco hatten sich in der Nacht zu reißenden Strömen entwickelt, die wie Lawinen alles mitrissen, hinzu kamen mehrere Erdrutsche.

Rund 2500 Helfer im Einsatz

In der Stadt, die 40.000 Einwohner hat, brach auch die Strom- und Wasserversorgung zusammen. Schreiende und weinende Menschen seien zu Fuß, mit Autos und Motorrädern geflohen oder im Matsch stecken geblieben.

Präsident Juan Manuel Santos sagte eine Kuba-Reise ab, um in die Katastrophenregion zu fahren. „Diese Tragödie lässt alle Kolumbianer trauern“, sagte er. Er beorderte Einheiten der Streitkräfte in die Region, Soldaten nahmen alte Menschen Huckepack, um sie zu retten. Rund 2500 Helfer waren im Einsatz.

Auch Papst Franziskus zeigte sich zutiefst betroffen, er bete für die Opfer und fühle mit den Angehörigen und den Rettern.