Gefräßige Seesterne sollen in die Falle gehen

Welt / 05.04.2017 • 20:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In den vergangenen Jahrzehnten sind die Abstände zwischen dem Massenauftreten der Dornenkronen immer kürzer geworden.  Foto: Reuters
In den vergangenen Jahrzehnten sind die Abstände zwischen dem Massenauftreten der Dornenkronen immer kürzer geworden. Foto: Reuters

Dornenkronen-Seesterne fressen in vielen Meeresregionen Korallenriffe kahl.

Canberra. Wissenschaftler wollen korallenschädigende Dornenkronen-Seesterne in eine Falle locken. Eine Erbgutanalyse brachte die Forscher aus Australien und Japan auf die Idee. Sie identifizierten Botenstoffe, die die Tiere zur Verständigung ins Wasser abgeben. Imitationen solcher Stoffe könnten eingesetzt werden, um die Tiere in ihrer Bewegung zu beeinflussen, schreiben die Forscher im Fachblatt „Nature“.

Dornenkronen-Seesterne (Acanthaster planci) sind in der jüngeren Vergangenheit zu einer ernsthaften Bedrohung für viele Korallenriffe geworden, etwa am australischen Great Barrier Reef. Die Tiere ernähren sich von Steinkorallen. Besonders problematisch dabei ist, dass meist Tausende Seesterne gemeinsam über die Korallen herfallen. Die Riffe brauchen Jahre, um sich von so einer Attacke zu erholen.

Die starke Ausbreitung der Seesterne ist vermutlich vor allem darauf zurückzuführen, dass die Ökosysteme bereits geschädigt sind. So begünstigen etwa Düngemittel das Algenwachstum – die Hauptnahrung der Dornenkronen-Larven. Wenn gleichzeitig deren Fressfeinde aus den Meeren weggefischt werden, steht der Ausbreitung der gefräßigen Seesterne nichts mehr im Wege. Auf der Suche nach neuen Bekämpfungsstrategien analysierten die Forscher vom Australian Institute of Marine Science nun zwei Exemplare von Dornenkronen-Seesternen. Eines vom Great Barrier Reef in Australien und eines aus Okinawa in Japan. Die Forscher untersuchten, welche Proteine die Tiere ins Wasser abgeben. Sie fanden zahlreiche Botenstoffe, die die Tiere freisetzen, wenn sie sich etwa zur Vermehrung versammeln. Sie testeten dann die Wirkung einzelner Botenstoffe genauer: Sie gaben dazu etwa „Versammlungsproteine“ in den einen Arm eines zweiarmigen Testkanals, in den anderen klares Wasser. Tatsächlich bewegten sich die Seesterne in Richtung der Botenstoffe. In Ködern eingesetzt, könnten solche Signalstoffe die Tiere anlocken, was ihre Beseitigung erheblich vereinfachen würde