Weniger Rückgang trotz schneearmem Winter

07.04.2017 • 20:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

87 von 90 beobachteten Gletschern in Österreich sind zurückgeschmolzen.

Innsbruck. Trotz des schneearmen Winters 2015/16 sind die österreichischen Gletscher weniger stark zurückgegangen als im Vorjahr. Der durchschnittliche Längenverlust liege mit 14,2 Metern deutlich unter dem Vorjahreswert und auch unter dem Mittel der vergangenen zehn Jahre, sagte Glaziologin Andrea Fischer bei der Präsentation des „Gletscherberichts 2015/16“. Dennoch seien auch im vergangenen Berichtsjahr 87 der beobachteten 90 Gletscher laut den Messergebnissen des Alpenvereins zurückgeschmolzen. Nur das Landeck Kees in der Granatspitzgruppe ist geringfügig vorgestoßen. Zwei Gletscher, das Winkel Kees in der Ankogel-Hochalmspitzgruppe und das Totenkopf Kees in der Glocknergruppe, blieben unverändert.

Dass der Gletscherrückgang trotz wenig Schnee und relativ warmen Temperaturen doch geringer ausfiel, sei dem Schneefall zur rechten Zeit zu verdanken, meinte Fischer. Denn das Frühjahr 2016 habe eine schützende Schneeschicht geliefert, die die Gletscher vergleichsweise gut durch den Sommer brachte. Mit 65 Metern ist das Horn Kees in den Zillertaler Alpen am meisten zurückgeschmolzen – im Vergleich zum Berichtsjahr 2014/15 mit einem Minus von 136 Metern jedoch deutlich weniger.

„Der Gletscherrückzug wird sich auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzen bzw. sogar noch verstärken“, blickte Fischer in die Zukunft. Das Eis an den Zungen der großen Gletscher Österreichs sei bereits stark ausgedünnt. Im Jahr 2100 werden nur noch rund 30 Prozent der derzeitigen Gletscherfläche vorhanden sein, meinte Fischer. Für das Berichtsjahr 2016/17 seien die kommenden Wochen von Bedeutung. „Wenn es jetzt im Frühling wenig Niederschläge gibt, dann steuern wir im Sommer wieder auf eine Rekordschmelze zu.“