86-jährige Schweizerin rebelliert mit Spraydose

11.04.2017 • 20:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Friedensaktivistin Louise Schneider ist mit ihren 86 Jahren wohl die älteste Sprayerin der Welt.  Foto: aP
Die Friedensaktivistin Louise Schneider ist mit ihren 86 Jahren wohl die älteste Sprayerin der Welt. Foto: aP

Eine Berner Friedensaktivistin prangert die Investitionen in Rüstungskonzerne an und griff zur Spraydose.

Bern. „Geld für Waffen tötet“ steht in roter Schrift auf einer weißen Wand vor der Schweizer Nationalbank in Bern. Der Schriftzug wurde allerdings nicht von jugendlichen Vandalen, sondern von der 86-jährigen Berner Friedensaktivistin Louise Schneider dort hingesprayt. Klar, dass sie mit dieser Aktion für Aufsehen sorgte.

Als die Polizei am Dienstag eintraf, wollten die Beamten wissen, wer für die Sprayerei verantwortlich ist. Schneider meldete sich und gestand die Tat. Wie „20 Minuten“ berichtet, folgte eine kurze Unterhaltung mit den Polizisten, dann drehte sich die 86-Jährige lachend zu der versammelten Menge um und sagte: „Sie glauben nicht, dass ich das gemacht habe.“ Schließlich wird die Friedensaktivistin von den Beamten mitgenommen und auf die Wache gebracht. Ob die Aktion für Schneider rechtliche Konsequenzen haben wird, ist noch unklar. „Wir werden den Fall juristisch überprüfen und dann entscheiden, ob Anzeige erstattet wird“, sagt Walter Meier, Mediensprecher der Nationalbank gegenüber dem „Tagesanzeiger“. Die Fassade des 1912 eingeweihten Gebäudes der Nationalbank kam nicht zu Schaden, da das Gebäude derzeit saniert wird und von einer Bauwand umgeben ist.

Schweiz ohne Armee

Schneider ist Mitglied der GSoA, „Gruppe für eine Schweiz ohne Armee“. „Ich habe mich schon immer gegen Krieg starkgemacht. Aber solange es Waffen gibt, wird sich nichts ändern“, sagt die 86-Jährige. Allerdings handle es sich bei der Sprayaktion um eine eigenständige Handlung ihrerseits. Die GSoA will die Aktion aber nutzen, um auf ihre Initiative „Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten“ aufmerksam zu machen. Die Initiative sieht vor, der Nationalbank, Stiftungen und Pensionskassen zu untersagen, Anteile an Herstellern von Kriegsmaterial zu erwerben oder solchen Kredite zu gewähren.