Tiertransporte per Seeweg ins EU-Ausland

18.04.2017 • 20:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wien. Der Export von sogenannten Nutztieren aus dem EU-Raum in Drittstaaten floriert. Das belegen etwa die Zahlen des Statistischen Amts der Europäischen Union. Das Wohl der Tiere bleibt dabei häufig auf der Strecke. Die Routen verlaufen nicht nur über Land, sondern vermehrt über den Seeweg. Die Tierschutzorganisationen Animal Welfare Foundation (AWF) und der Tierschutzbund Zürich haben diese Transporte im Zeitraum von 2014 bis 2017 beobachtet und zeigen in einem neuen Bericht Missstände auf den eingesetzten Schiffen auf. Wie die „Kleine Zeitung“ berichtet, exportiert die EU jedes Jahr mehrere Millionen Schafe und Rinder in die Türkei, den Nahen Osten und Nordafrika – darunter auch Tiere aus Österreich. Waren es im Jahr 2013 noch weniger als 400.000 Rinder, so waren es im Vorjahr schon rund 700.000. Dabei sei es meist billiger, lebende Tiere zu transportieren als Fleisch, das gekühlt werden muss. Die EU-Verordnung 1/2005 sollte die Tiere eigentlich bis zum Erreichen der Destination schützen. Dies wird aber schon innerhalb der Union unterschiedlich streng kontrolliert. „Nach der EU-Außengrenze haben die Tiere de facto keinen Schutz mehr“, erklärt Iris Baumgärtner von AWF die Problematik. Oftmals leiden die Tiere unter Hitze, zu wenig Platz, mangelnder Hygiene sowie Futter- und Wassermangel.