Bomben vor BVB-Bus aus Habgier gezündet

21.04.2017 • 20:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Raum Tübingen wurde am Freitag Sergej W. festgenommen. Dieser wollte mit dem Anschlag auf den BVB-Bus Geld machen.  Foto: APA
Im Raum Tübingen wurde am Freitag Sergej W. festgenommen. Dieser wollte mit dem Anschlag auf den BVB-Bus Geld machen. Foto: APA

Tatverdächtiger gefasst. Hinter Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus steckt wohl ein Aktienspekulant.

Dortmund. Über islamistische Täter, aber auch über rechts- oder linksextreme Hintergründe ist nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund spekuliert worden. Nun wurde im Raum Tübingen der Tatverdächtige Deutsch-Russe Sergej W. festgenommen, der aus Habgier die Sprengsätze gezündet haben soll. Der 28-Jährige spekulierte durch die Tat auf einen Kursrutsch der BVB-Aktie, auf den er gewettet hatte. Gegen W. wurde Haftbefehl erlassen. Ihm wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und Körperverletzung zulasten gelegt.

Der Freitagfrüh durch Beamte der Spezialeinheit GSG9 festgenommene Mann hatte den Ermittlungen zufolge Kredite in Höhe von mehreren Zehntausend Euro aufgenommen und damit zumindest zum Teil auf fallende Kurse der Aktien des börsennotierten Bundesligavereins gesetzt. Er kaufte laut der zuständigen Bundesanwaltschaft sogenannte Put-Optionen, mit denen er die Aktien zu einem vorher festgelegten Preis wieder hätte verkaufen können. 

Wie viel Geld der Verdächtige im Fall des Anschlags auf den Mannschaftsbus an der Börse hätte gewinnen können, ist noch nicht klar. Ausdrücklich wies die Karlsruher Behörde darauf hin, dass mit einem erheblichen Kursverfall zu rechnen gewesen wäre, wenn Spieler schwer verletzt oder gar getötet worden wären.

Es war Glück, dass am
11. April nur der Dortmunder Abwehrspieler Marc Bartra und ein Polizist verletzt wurden. Drei in einer Hecke versteckte Sprengsätze explodierten neben dem Bus, in dem sich die Mannschaft vom Dortmunder Hotel „L’Arrivée“ ins Stadion
zum Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco auf den Weg gemacht hatte. Die Sprengsätze waren mit Metallstiften gefüllt und wurden über Funk gezündet.

Sergej W. soll bereits zwei Tage vor der Tat im Mannschaftshotel eingecheckt haben. Er zog dort in ein Dachgeschoßzimmer mit Blick auf den späteren Anschlagsort. W. war als Elektriker in einem Tübinger Heizwerk tätig.