Bankräuber hielt Geisel stundenlang gefangen

Welt / 12.05.2017 • 22:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Nach rund sechs Stunden gab der mutmaßliche Geiselnehmer auf.  apa
Nach rund sechs Stunden gab der mutmaßliche Geiselnehmer auf.  apa

Unblutig endete gestern die Geiselnahme in einer Bankfiliale im Bezirk Kitzbühel.

Erpfendorf. Ein Überfall auf eine Filiale der Raiffeisenbank in Erpfendorf im Bezirk Kitzbühel hat am Freitag die Polizei stundenlang in Atem gehalten. Der 28 Jahre alte Täter hatte gegen 9 Uhr einen Mann als Geisel genommen und sich rund sechs Stunden lang in der Bank verschanzt. „Nach intensiven Verhandlungen durch die Beamten der Polizei-Verhandlungsgruppe konnte der Täter dazu bewegt werden, die Geisel freizulassen“, teilte die Exekutive mit. Dem Mann gehe es den Umständen entsprechend gut. Auch der mutmaßliche Täter habe schließlich die Ausweglosigkeit der Situation erkannt und die Bank verlassen.

Nachdem der 28-Jährige mit seinem Opfer in die Bank gegangen sei, bedrohte er eine Angestellte mit der angeblichen Faustfeuerwaffe und forderte sie auf, die Filiale zu verlassen. Ein sehr atypischer Tatverlauf für einen Banküberfall, so die Verantwortlichen der Polizei. Man habe aufgrund seines Verhaltens auch nicht ausschließen können, dass der Geiselnehmer seinem Leben ein Ende setzen wolle, meinte Landespolizeidirektor Tomac.

Sprengstoffattrappen

In den darauffolgenden Stunden habe der Täter dann mehrmals zu verstehen gegeben, dass er bewaffnet sei und mehrere Sprengfallen deponiert habe. Zudem habe er der Geisel einen Sprengstoffgürtel umgelegt. Letztlich stellte sich jedoch heraus, dass es sich dabei nur um Attrappen bzw. einen „Gürtel gefüllt mit Steinen“ gehandelt habe. Bei der Geisel handelte es sich um einen 32-jährigen einheimischen Taxifahrer, der den Täter zuvor zur Bank in Erpfendorf gebracht hatte. Die beiden sind einander persönlich bekannt, erklärte die Polizei am Freitagabend.