Mann drohte, Flugzeug in die Luft zu sprengen

Welt / 01.06.2017 • 22:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach der Landung in Melbourne wurde der Mann von Sicherheitskräften abgeführt.  Foto: AP
Nach der Landung in Melbourne wurde der Mann von Sicherheitskräften abgeführt.  Foto: AP

25-Jähriger versuchte, in das Cockpit zu gelangen. Passagiere und Crewmitglieder überwältigten den Mann.

Melbourne. Dramatische Szenen haben sich an Bord einer Malaysia-Airlines-Maschine abgespielt: Kurz nach dem Start in Australien drohte ein Mann eine Bombe zu zünden. Der Flug MH128 von Melbourne in die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur war nur wenige Minuten in der Luft, als der 25-Jährige, der nach Augenzeugenberichten einen zunächst nicht näher definierten Gegenstand in der Hand hielt, versuchte, in das Cockpit zu gelangen. Er habe gerufen: „Ich jage das verdammte Flugzeug in die Luft“, was unter den Passagieren zu Panik führte. Mehrere Fluggäste und Crewmitglieder handelten geistesgegenwärtig und konnten den 25-Jährigen überwältigen und an einen Sitz fesseln.

Das Flugzeug kehrte daraufhin nach Melbourne zurück. Am Boden wurde die Maschine von einem riesigen Aufgebot an Sicherheitskräften erwartet. Die vermeintliche Bombe stellte sich als harmlos heraus.

Mann ist psychisch krank

Nach Angaben der australischen Behörden gibt es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. Ministerpräsident Malcolm Turnbull sagte am Donnerstag vor dem Parlament, der 25-Jährige sei wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen. Einem Polizeisprecher zufolge war er erst am Mittwoch – kurz bevor er sich ein Ticket kaufte und das Flugzeug bestieg – entlassen worden. Der Mann kommt aus Sri Lanka und hatte ein Studentenvisum für Australien. Er wurde bereits am Donnerstag einem Gericht vorgeführt. Wegen Gefährdung der Sicherheit im Flugverkehr und Drohungen könnte er zu mehreren Jahren Haft verurteilt werden.

An Bord des Airbus A330 befanden sich insgesamt 337 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Der Vorfall solle nun von Ermittlern der Fluglinie und Flughafenbehörden untersucht werden, erklärte Malaysia Airlines in einer Mitteilung.