37 Menschen bei Raub in Casino qualvoll erstickt

Welt / 02.06.2017 • 21:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vor dem Gebäudekomplex warteten verzweifelte Menschen auf Nachrichten über das Schicksal von Angehörigen.  Foto: AP
Vor dem Gebäudekomplex warteten verzweifelte Menschen auf Nachrichten über das Schicksal von Angehörigen.  Foto: AP

Bewaffneter Mann hat nach Überfall in Manila Feuer gelegt. Hintergründe der Tat unklar.

Manila. Bei einem Überfall auf einen Hotel- und Casinokomplex in der philippinischen Hauptstadt Manila sind am Freitag mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei erstickten sie bei einem Brand, den der mutmaßliche Angreifer gelegt hatte. Der Mann – angeblich ein krimineller Einzeltäter – starb dabei auch selbst. Einen terroristischen Hintergrund schloss die Polizei aus. Trotzdem reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Tat für sich.

Die Leichen wurden erst mehrere Stunden nach Beginn des Überfalls im zweiten und dritten Stock des Casinos gefunden, das zu der Anlage „Resorts World Manila“ gehört. Durch den Brand hatte sich so starker Rauch entwickelt, dass die Rettungskräfte zunächst nicht ins Gebäude konnten. Mindestens 54 Menschen wurden verletzt – viele davon, als sie in Panik vor dem bewaffneten Angreifer flohen. Der maskierte Mann hatte die Anlage gegen Mitternacht gestürmt. Mit einem Schnellfeuergewehr schoss er um sich – zielte aber offenbar nicht auf Menschen, sondern nur auf Bildschirme und Fernseher. Nach Angaben der Polizei zündete er auch mehrere Teppiche und Spieltische an, wodurch der verhängnisvolle Brand entstand.

Im Internet behauptete die Terrormiliz IS, dass der Täter in ihrem Auftrag unterwegs gewesen sei. Der Polizeichef der Philippinen, Ronald dela Rosa, betonte jedoch: „Wir können sagen, dass dies kein terroristischer Akt war.“ Zur Identität des Angreifers machte die Polizei keine näheren Angaben. Der Mann hatte sich später in ein Hotelzimmer geflüchtet, mit Benzin übergossen und in den Kopf geschossen.

Der Polizeichef von Manila, Oscar Albayalde, sagte im Radiosender DZBB: „Das ist das Werk eines Verrückten. Vielleicht war er spielsüchtig, hat all sein Geld verloren und dann durchgedreht.“ Nach Angaben der Polizei wurden in einem Rucksack des Toten gestohlene Spiel-Jetons im Wert von umgerechnet etwa zwei Millionen Euro entdeckt.