Der Handel mit Opium und Kokain nimmt zu

Welt / 22.06.2017 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Handel mit Opium und Kokain nimmt zu

Weltdrogenbericht: 250 Millionen Menschen greifen laut UN zu illegalen Drogen.

Wien. Der illegale Handel mit Opium und Kokain nimmt nach Angaben der Vereinten Nationen deutlich zu. So hat nach längerem Rückgang die Anbaufläche für die Koka-Pflanze in Südamerika in den vergangenen Jahren um 30 Prozent zugelegt. Dies geht aus dem Weltdrogenbericht der Vereinten Nationen (UN) hervor, der am Donnerstag in Wien veröffentlicht wurde. Dies sei vor allem auf die Entwicklung in Kolumbien zurückzuführen.

Zugleich sei wegen einer besseren Ernte die Opium-Produktion binnen Jahresfrist um 30 Prozent auf 6380 Tonnen geklettert. Gerade in Nordamerika steige offenbar die Zahl der Heroinsüchtigen. Auch in Europa bleibt der Drogenhandel ein Milliardengeschäft. Experten gehen davon aus, dass allein in Europa Drogen im Schwarzmarktwert von 20 bis 30 Milliarden Euro verkauft werden. Das Darknet, ein abgeschirmter Bereich des Internets, spiele dabei eine immer bedeutendere Rolle, heißt es in dem Bericht. 250 Millionen Menschen greifen demnach weltweit zu illegalen Rauschgiften. 29,5 Millionen hätten schwere Krankheiten wie Hepatitis C und Tuberkulose oder seien HIV-infiziert. Nur jeder sechste Kranke werde angemessen behandelt. Mindestens 190.000 Menschen sterben den Angaben zufolge jedes Jahr vorzeitig wegen ihrer Drogensucht.

Cannabis bleibt die weltweit am häufigsten konsumierte Droge. 183 Millionen Menschen greifen laut UN zu Haschisch oder Marihuana. Vor allem in Nord- und Südamerika nehme die Zahl der Cannabis-Nutzer zu, in Europa verharre sie auf hohem Niveau. Laut EU-Drogenmarktbericht 2017 wurde zuletzt in Europa Cannabis im Schwarzmarktwert von neun Milliarden Euro, Heroin im Umfang von sieben Milliarden Euro und Kokain für 5,7 Milliarden Euro abgesetzt.
Die Route über den Balkan ist laut UN weltweit der wichtigste Pfad für den Schmuggel von Opiaten wie Heroin und Morphin. Dort wurde 2015 mit einem Plus von 40 Prozent deutlich mehr von diesem Rauschgift sichergestellt als im Jahr zuvor. Der Flüchtlingsstrom veranlasse die Schmuggler nun, eher auf andere Wege, wie die Kaukasus-Route, auszuweichen, die die Türkei umgehe, heißt es in dem Report weiter.