Das ß gibt es jetzt auch als Großbuchstaben

Welt / 29.06.2017 • 22:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ketchup und nicht mehr Ketschup: Auch einzelne Wortschreibungen wurden vom Rat angepasst. Foto: VN/ger
Ketchup und nicht mehr Ketschup: Auch einzelne Wortschreibungen wurden vom Rat angepasst. Foto: VN/ger

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat neue Rechtschreib­regeln beschlossen.

Mannheim, Wien. 21 Jahre nach der umstrittenen Rechtschreibreform ist das amtliche Regelwerk erneut an einigen Stellen geändert worden. Nach Beschluss des Rats für deutsche Rechtschreibung gibt es nun das „scharfe S“ auch offiziell als Großbuchstaben. Es sieht aus wie ein Mittelding zwischen dem bisherigen, klein geschriebenen „ß“ und einem groß geschrieben B. Vor allem für die korrekte Schreibung von Eigennamen in Pässen und Ausweisen sei dies wichtig, teilte der Rat am Donnerstag in Mannheim mit. Bisher hatten zum Beispiel Menschen mit dem Nachnamen Oßner ein Problem: Wenn in einem Ausweisdokument wegen der Großschreibung der Buchstaben anstelle des ß ein Doppel-S steht, bleibt unklar, ob sie „Ossner“ oder „Oßner“ heißen.

„Goldene Hochzeit“

Amtlich zulässig ist jetzt auch die Großschreibung des Adjektivs in Fällen wie „Goldene Hochzeit“ und „Neues Jahr“. Darüber hinaus passte der Rechtschreibrat einzelne Wortschreibungen an den weit überwiegenden Schreibgebrauch an. Er strich zum Beispiel die eingedeutschte Schreibweise „Ketschup“–- zulässig ist jetzt nur noch Ketchup. Auch andere ungebräuchliche Varianten fallen weg, müssen also zum Beispiel bei Schuldiktaten als Fehler angestrichen werden. Zum Beispiel „Grislibär“ (amtlich erlaubt ist nur noch Grizzlybär), „Joga“ (nur noch: Yoga), „Roulett“ (Roulette), „Varietee“ (Varieté), „Wandalismus“ (Vandalismus).

Die Rechtschreibreform von 1996 hatte zu leidenschaftlichen Debatten geführt. Der daraufhin eingesetzte Rechtschreibrat suchte nach Kompromisslösungen und sollte dafür sorgen, dass der „Sprachfrieden“ wiederhergestellt wurde.