Eltern hielten 13 Kinder gefangen

Welt / 16.01.2018 • 21:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Niemand konnte zunächst erklären, wie lange und warum das Ehepaar T. seine Kinder in dem Haus in Perris eingesperrt hat. reuters
Niemand konnte zunächst erklären, wie lange und warum das Ehepaar T. seine Kinder in dem Haus in Perris eingesperrt hat. reuters

Polizei fand die unterernährten, schmutzigen und angeketteten Geschwister.

Perris Was sich in diesem braunen Haus in der kalifornischen Stadt Perris abgespielt hat, könnten Szenen aus einem Horrorfilm sein. 13 Geschwister, Kinder und junge Erwachsene, sind dort von ihren Eltern, David und Luise T., gefangengehalten worden. Einige hatten kaum zu essen oder zu trinken. Manche von ihnen wurden ans Bett gekettet. Das Martyrium in Kalifornien endete erst, als eines der Kinder im Haus ein Mobiltelefon fand – und fliehen konnte.

Am Sonntag gelang es einer 17-Jährigen, die Polizei um Hilfe zu rufen, berichtete das Büro des Bezirkssheriffs in Riverside County am Montag (Ortszeit). Das Mädchen gab an, sie werde mit ihren zwölf Geschwistern gefangen gehalten, und zwar von den eigenen Eltern.

Die Polizei fuhr nach Perris zu dem Haus der Familie, wo die Beamten mit erschütternden Bildern konfrontiert wurden. Sie fanden 13 Menschen im Alter zwischen zwei und 29 Jahren vor. Sechs von ihnen sind Kinder, sieben sind junge Erwachsene. In den Berichten wird ihre Umgebung als dunkel beschrieben, und es habe faulig gerochen. Einige der Geschwister seien mit Ketten und Vorhängeschlössern an ihre Betten gefesselt gewesen. Unterernährt seien alle  13 gewesen, und sehr schmutzig. Die 17-Jährige, deren Flucht die Tat aufdeckte, habe ausgesehen wie ein zehnjähriges Mädchen.

Die Frage, wie lange die Geschwister unter diesen grausamen Bedingungen gelebt haben, konnte zunächst niemand beantworten. Auch nicht die Eltern, die es wissen sollten. In dem Bericht der Polizei heißt es, weder der Vater (57) noch die Mutter (49) hätten erklären können, warum sie ihre Kinder festhielten. Vater und Mutter erwarten Anklagen wegen schweren Missbrauchs und der Gefährdung Schutzbefohlener.