Samba und Soldaten

08.02.2018 • 21:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Karneval ist auch Ablenkung von den Problemen in Brasilien. In der Stadt herrscht schon seit Tagen ausgelassene Stimmung. Reuters
Der Karneval ist auch Ablenkung von den Problemen in Brasilien. In der Stadt herrscht schon seit Tagen ausgelassene Stimmung. Reuters

Megakarneval in Rio steht an. Mehrere Festnahmen bei Razzia.

Rio de Janeiro Mag die Krise im Land noch so groß sein – in Rio de Janeiro wird dieser Tage gefeiert. Am heutigen Freitag beginnt in der brasilianischen Metropole offiziell der Karneval. „Das größte Spektakel auf Erden“, wie Rios Bewohner, die Cariocas, die Megaparty in aller Bescheidenheit nennen. Die Stadt am Zuckerhut ist bereits seit Tagen in Karnevalsstimmung, Samba- und Tanzgruppen, sogenannte „Blocos“, feiern in vielen Bezirken. Das Straßenfest ist ein Tourismusmagnet. Die Organisatoren erwarten dieses Jahr rund 1,5 Millionen Besucher. Angemeldet sind 473 Blocos, 596 Umzüge wurden genehmigt.

Symbolische Proteste

Wegen der anhaltenden politischen Krise Brasiliens wird auch mit symbolischen Protesten gerechnet. Ein großer Teil der Politik- und Wirtschaftselite des Landes sitzt seit Jahren wegen Korruption auf der Anklagebank. Zudem verschlechtert sich in Rio zusehends die Sicherheitslage. In vielen Favelas herrscht regelrecht Krieg. Auch Rios strenggläubiger Bürgermeister dürfte wieder Thema sein.

Wenige Tage vor dem offiziellen Karnevalsbeginn haben mehr als 3000 Polizisten und Soldaten eine Razzia im Elendsviertel „Stadt Gottes“ unternommen. Soldaten riegelten die Favela ab, blockierten Straßen in der Umgebung und sperrten den Luftraum. Schwerbewaffnete Polizeikräfte rückten auf der Suche nach Gewaltverbrechern und Rauschgifthändlern in den Stadtteil vor. Es gab Festnahmen. Die Sicherheitskräfte beschlagnahmten demnach Waffen und Drogen. Am vergangenen Dienstag hatte es in der Favela Mare heftige Schusswechsel zwischen Polizisten und Drogenhändlern gegeben. Dabei wurde ein 13-Jähriger getötet. Aus Protest zündeten Favela-Bewohner Autoreifen an.