Kriminalität an Schulen steigt

22.04.2018 • 20:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Straftaten an deutschen Schulen steigen seit 2017 wieder an, die Gründe dafür sollen Kriminologen jetzt herausfinden. dpa
Die Straftaten an deutschen Schulen steigen seit 2017 wieder an, die Gründe dafür sollen Kriminologen jetzt herausfinden. dpa

Kriminologen suchen nach Gründen für die Häufung von Delikten an deutschen Schulen.

hannover Nachdem Kriminalität und Gewalt an der Mehrzahl deutscher Schulen viele Jahre lang rückläufig waren, melden zahlreiche deutsche Bundesländer wieder einen oft spürbaren Anstieg. Dieser liegt im Trend mit einem sich abzeichnenden generellen Wiederanstieg der Jugendkriminalität, die ebenfalls viele Jahre zurückging. Zu den Gründen für eine Zunahme der Zahl der an Schulen registrierten Straftaten gibt es noch keine Erklärung, denn Prävention wird seit Langem großgeschrieben. 

1000 Taten mehr als im Vorjahr

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen etwa stieg die Zahl der Schulstraftaten im vergangenen Jahr um fast fünf Prozent auf 22.900, das waren gut 1000 Taten mehr als im Vorjahr. Auffällig ist, dass besonders die Gewaltdelikte an den Schulen zunahmen, während die Fälle von Diebstahl eher rückläufig sind. So nahm die Zahl der Körperverletzungen von 5600 auf 6200 zu. Die Zahl der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen stieg im Vergleichszeitraum von 40 auf 55 Fälle. Die möglichen Gründe für den Wiederanstieg der Jugendkriminalität will nun das Deutsche Landeskriminalamt untersuchen.

Die mögliche Ursache könnte laut dem Kriminologen Christian Pfeiffer im geänderten Anzeigeverhalten liegen. In Zeiten großer medialer Aufregung über Gewalttaten würden Straftaten nämlich häufiger angezeigt. Auch wenn es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Ausländer handle, sei die Anzeigebereitschaft statistisch erwiesenermaßen höher. Pfeiffer betonte aber, generell gebe es in den vergangenen 20 Jahren den Trend, dass schwere Gewalt an Schulen deutlich zurückgegangen sei. Zugenommen habe aber Cybermobbing, also Hetze gegen andere Jugendliche über soziale Medien, so Pfeiffer.