Geologie-Expedition auf dem Mars

03.05.2018 • 20:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zwei Jahre lang soll „InSight“ nach der Landung Daten sammeln. AP
Zwei Jahre lang soll „InSight“ nach der Landung Daten sammeln. AP

Die Nasa will den Roten Planeten auf Herz und Nieren prüfen.

cape Canaveral Sechs Jahre nach der letzten erfolgreichen Mission steht der nächste Mars-Lander in den Startlöchern. Am Wochenende soll es losgehen. Wenn alles nach Plan verläuft, wird die Raumsonde „InSight“ ihr Ziel am 26. November erreichen. Vor Ort soll das Roboter-Gefährt dann seine Fühler ausfahren. Denn die US-Raumfahrtbehörde Nasa will den Roten Planeten auf Herz und Nieren prüfen.

Die Instrumente an Bord ermöglichten es, „tief ins Innere des Planeten zu schauen“, sagt der Nasa-Wissenschaftler Bruce Banerdt. Neben Temperaturen sollen dabei erstmals auch Erschütterungen – also Marsbeben – gemessen werden. Dies könnte Hinweise darauf liefern, wie nicht nur der Mars, sondern auch andere Gesteinsplaneten wie die Erde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstanden sind. Der Mars ist kleiner und geologisch weniger aktiv als die Erde, wo Plattentektonik und andere Prozesse seit ihrer Entstehung sehr viel verändert haben. Entsprechend seien auf dem Mars noch die „Fingerabdrücke“ eines sehr frühen Entwicklungszustandes zu finden, sagt Banerdt. Und genau diese will die Nasa gemeinsam mit europäischen Partnern beobachten und analysieren. Die Kosten des Projekts dürften insgesamt bei etwa einer Milliarde Dollar (830 Millionen Euro) liegen.

Beim Anflug auf den Roten Planeten wird bei „InSight“ eine Fallschirm-Vorrichtung zum Einsatz kommen – ähnlich wie 2008 bei der Raumsonde „Phoenix“. Eine solche Landung mit einem Gefährt, das kaum größer sei als ein paar Schreibtische, sei in jedem Fall „eine äußerst schwierige Aufgabe“, betont Banerdt. Sobald „InSight“ sicher auf der Oberfläche des Planeten stehe, könne in Sachen außerirdischer Grabungen ein „ganz neues Level“ erreicht werden, sagt der wissenschaftliche Missionsleiter Thomas Zurbuchen. Mit einem schmalen, zylinderförmigen Ausleger soll „InSight“ fast fünf Meter in die Tiefe vordringen können. Ein Seismograf zur Aufzeichnung von Erschütterungen soll derweil mithilfe eines Greifarms direkt an der Oberfläche platziert werden. Im Mittelpunkt der Mission steht die geologische Erforschung des Roten Planeten – „InSight“ ist die Abkürzung für „Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport“. Damit unterscheidet sich das Projekt klar von allen bisherigen, bei denen stets nur die Oberfläche sowie oberflächennahe Schichten unter die Lupe genommen wurden.