Züge in Aichach rollen wieder: Neue Technik gefordert

09.05.2018 • 20:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Eine Regionalbahn ist auf einen Güterzug geprallt. Zwei Menschen starben. AFP
Eine Regionalbahn ist auf einen Güterzug geprallt. Zwei Menschen starben. AFP

Aichach Zwei Tage nach dem schweren Bahnunglück im schwäbischen Aichach bei Augsburg sind die Aufräumarbeiten am Unfallort abgeschlossen und die Züge rollen wieder fahrplanmäßig. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft dauern indes an.

Am Montagabend war wenige Hundert Meter vom Aichacher Bahnhof entfernt eine Regionalbahn auf einen stehenden Güterzug geprallt. Der 37 Jahre alte Lokführer des Personenzugs und eine 73 Jahre alte Passagierin starben, 14 Fahrgäste wurden verletzt. Die Kripo schloss eine technische Ursache für das Unglück aus und geht von menschlichem Versagen des DB-Fahrdienstleiters aus. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

Die Bahn hält Stellwerke wie in Aichach für robust und verlässlich. Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte unterdessen mehr Investitionen in das Schienennetz. „Eine moderne Signaltechnik hätte das aller Voraussicht nach verhindert“, sagte Verbandssprecher Karl-Peter Naumann der Deutschen Presse-Agentur.

„Das Stellwerk in Aichach ist ja noch aus Kaisers Zeiten“, so der langjährige Bundesvorsitzende des Verbands. Dort würden die Gleise noch mechanisch und nicht elektrisch gesteuert. „Wir finden solche Stellwerke noch relativ häufig. Da muss man letztlich der Politik einen Vorwurf machen, dass sie nicht gesagt hat, wir investieren das Geld in moderne Sicherheitstechnik bei der Bahn und nicht nur auf der Straße.“