Glück wichtiger als Wohlstand

11.05.2018 • 20:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der buddhistische Zwergstaat hat sich seine historische Kultur weitgehend bewahrt. Das „Laya Royal Highlander Festival“ lockt seit zwei Jahren Touristen ins Land. ap
Der buddhistische Zwergstaat hat sich seine historische Kultur weitgehend bewahrt. Das „Laya Royal Highlander Festival“ lockt seit zwei Jahren Touristen ins Land. ap

In Bhutan zählt das Wohlergehen der Bevölkerung mehr als das Bruttoinlandsprodukt.

laya Gebetsfahnen flattern im Wind, buddhistische Tempel, Stupas und majestätische Klosterburgen säumen Straßen. An tosenden Wasserfällen drehen sich riesige Gebetsräder. Bauern hüten ihre Yaks. Das winzige Bhutan, das nie von einer fremden Macht erobert oder kolonialisiert wurde, hat sich seine historische Kultur weitgehend bewahrt. Doch nun will das südasiatische Königreich einen in der heutigen Welt einmaligen Pfad einschlagen: eine Modernisierung und Demokratisierung ohne Abstriche bei der Unabhängigkeit, der Kultur oder der einzigartigen Landschaft aus unberührten Wäldern und Bergen.

Auch im Fremdenverkehr geht der Binnenstaat einen eigenen Weg und bewirbt sich selbst als „exklusives“ Ziel mit einem hochwertigen und umweltverträglichen Tourismus. Urlauber können ihre Reisen nur über lizenzierte Veranstalter buchen, deren Pakete bis 200 Euro am Tag kosten. Ein Teil des Geldes ist zweckgebunden für die Gesundheitsversorgung, kostenlose Schulen und Infrastruktur. Trotz der hohen Preise empfahlen sowohl die „New York Times“ als auch das Reisemagazin „Afar“ Bhutan als eines der Topurlaubsziele für 2018.

Der Binnenstaat zwischen Indien und China ist das letzte buddhistische Königreich im Himalaya. Das Land hat sich von der absoluten zu einer demokratischen, konstitutionellen Monarchie gewandelt. Der vierte König des Landes und Vater des heutigen Herrschers führte in den 1970er-Jahren das Konzept des Bruttonationalglücks ein, das Vorrang hat vor dem Bruttoinlandsprodukt. Das Maß des Indikators beruht auf Faktoren wie nachhaltiger Entwicklung, Bildung und Gesundheit sowie sozialem Wohlergehen, das höher bewertet wird als Wirtschaftswachstum.  Bhutan ist das einzige CO2-negative Land der Welt.