„Allgemeine Wut“ als Tatmotiv

Welt / 15.05.2018 • 20:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das siebenjährige Mädchen wurde seit Freitagnachmittag vermisst. Am Samstag wurde seine Leiche in einem Müllcontainer entdeckt. APA
Das siebenjährige Mädchen wurde seit Freitagnachmittag vermisst. Am Samstag wurde seine Leiche in einem Müllcontainer entdeckt. APA

16-jähriger Nachbar gestand Tötung von siebenjährigem Mädchen in Wien-Döbling.

Wien Der mutmaßliche Mörder eines kleinen Mädchens in Wien ist ein erst 16-jähriger Nachbar der Familie. Der junge Mann habe gegenüber der Polizei gestanden, die Siebenjährige mit Stichen in den Hals getötet zu haben, teilten die Beamten am Dienstag mit. Als Motiv für die Tat gab der Verdächtige „allgemeine Wut“ an. Einen Streit mit dem Mädchen oder der Familie habe es zuvor nicht gegeben. Die Schülerin ist nach Angaben der Ermittler zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. „Es hätte jeden anderen auch treffen können“, sagte Polizist Gerhard Haimeder.

Das Mädchen dürfte am Freitag von selbst an der Tür des 16-Jährigen geklopft haben. Die Familien, beide stammen aus Tschetschenien, leben seit Jahren in derselben Wohnanlage und seien befreundet gewesen. Der 16-Jährige soll die Schülerin dann in die Dusche dirigiert und sie mit einem Küchenmesser attackiert haben. Der Kopf sei nach der Tat fast abgetrennt gewesen. Die Tatwaffe in Wien war nach Angaben des 16-Jährigen ein Brotmesser mit etwa 20 Zentimeter langer Klinge. Er habe die Waffe in einer Mülltonne entsorgt. Sie wurde bisher nicht gefunden.

Den entscheidenden Hinweis gaben die eingesetzten Spürhunde. Sie schlugen in den Räumen des Verdächtigen an. Daraufhin wurden Blutspuren gefunden. Anfangs gab der 16-Jährige an, er habe sich in den Finger geschnitten. Kurz darauf legte er im Beisein seiner Eltern ein Geständnis ab. Die Eltern waren zum Zeitpunkt der Tat unterwegs, der kleine Bruder des Verdächtigen spielte im Hof der Anlage.

Der nicht vorbestrafte Tatverdächtige sei ein guter Schüler und bisher unauffällig gewesen. Nichts habe bisher auf eine etwaige psychische Erkrankung hingedeutet. „Es tut ihm die Mutter des Opfers leid, aber nicht das Mädchen“, sagte ein Polizist nach der Vernehmung. Extrem auffallend sei die völlige Gefühllosigkeit des jungen Mannes, so ein Kriminalpsychologe. „Emotional muss es massive Defizite gegeben haben“, meinte Kriminalpsychologe Wolfgang Marx.