Schuldsprüche nach Bootsunglück

16.05.2018 • 20:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am Landesgericht Klagenfurt kam es zu zwei nicht rechtskräftigen Schuldsprüchen. APA
Am Landesgericht Klagenfurt kam es zu zwei nicht rechtskräftigen Schuldsprüchen. APA

Beide Angeklagten nach Bootsunfall am Wörthersee schuldig gesprochen.

klagenfurt Mit zwei Schuldsprüchen hat am Mittwoch der Prozess um den tödlichen Motorbootunfall am Wörthersee vom Juni 2017 geendet. Richter Matthias Polak fällte nach drei Verhandlungstagen am Landesgericht Klagenfurt sein Urteil. Der Erstangeklagte, ein 45 Jahre alter Niederösterreicher, wurde zu zehn Monaten Haft verurteilt, der Zweitangeklagte erhielt drei Monate bedingt. Der Niederösterreicher, dessen gleichaltriger Freund bei dem Unfall am Wörthersee aus dem Boot gefallen und mit dem Kopf in die Schiffsschraube geraten war, wurde wegen grob fahrlässiger Tötung verurteilt, der Zweitangeklagte, ein 33-jähriger Klagenfurter, wegen fahrlässiger Tötung.

Zuvor belastete der technische Sachverständige den 45-Jährigen, der jede Schuld zurückgewiesen hat, schwer. In der Befragung des Sachverständigen durch den Verteidiger des angeklagten Niederösterreichers hat dieser wieder eine geänderte Version des Unglücksablaufs präsentiert. Als ihm sein Freund ins Lenkrad gegriffen hätte, sei er aufgestanden, um ihn abzuwehren, deshalb sei er dann auch ins Wasser gefallen.

Der Sachverständige Hermann Steffan wies diese Version als „unmöglich“ zurück. Bei der Geschwindigkeit des Bootes und dem zu diesem Zeitpunkt bereits begonnenen abrupten Seitwärts-Manöver des Bootes, und den herrschenden Fliehkräften sei dies nicht möglich. Der Verteidiger des angeklagten Niederösterreichers warf dem Sachverständigen daraufhin einseitiges Agieren vor, Steffan greife der Beweiswürdigung durch das Gericht vor und lasse nichts gelten, was zugunsten des Angeklagten sprechen könnte. Auch der Angeklagte versuchte, seine Aussage, das Opfer habe ihm ins Lenkrad gegriffen, gegenüber dem Gutachter zu verteidigen. Das Opfer sei ein sehr kräftiger Mann gewesen, eine Abwehr gegen dessen Eingriff ins Lenkrad sei ihm nicht möglich gewesen.