Verdächtiger im Fall Susanna im Irak gefasst

Welt / 08.06.2018 • 20:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Trauer um Susanna: Die 14-Jährige wurde vergewaltigt und getötet. AFP
Trauer um Susanna: Die 14-Jährige wurde vergewaltigt und getötet. AFP

Wiesbaden, Erbil Schneller Fahndungserfolg im Mordfall Susanna: Der geflohene Tatverdächtige ist im Nordirak gefasst worden. Der 20-Jährige wurde in der Nacht auf Freitag von kurdischen Sicherheitsbehörden festgenommen, wie das deutsche Innenministerium mitteilte. Ali B. wird verdächtigt, die 14-jährige Susanna vergewaltigt und getötet zu haben. Das Mädchen wurde vor mehr als zwei Wochen als vermisst gemeldet und am Mittwoch in Wiesbaden tot aufgefunden. B. war Anfang Juni mit seiner Familie von Düsseldorf aus über die Türkei in den Nordirak geflohen. Das Auslieferungsverfahren laufe jetzt „nach den internationalen Regeln“, sagte Seehofer. Mit dem Irak besteht kein Auslieferungsabkommen. In Einzelfällen sind Auslieferungen nach Angaben des Auswärtigen Amts aber möglich.

Die Bundespolizei verteidigte unterdessen die Kontrollen am Flughafen Düsseldorf bei der Ausreise des Verdächtigen und sieben weiteren Familienmitgliedern. Sie legten demnach irakische Ersatzdokumente sowie deutsche Aufenthaltsgenehmigungen vor. „Die vorgelegten Dokumente waren echt, gültig und berechtigten zur Ausreise“, erklärte das Bundespolizeipräsidium. Zudem sei nach dem 20-Jährigen zu dem Zeitpunkt nicht gefahndet worden. Ein Abgleich der Daten auf Pässen und Flugtickets fand nicht statt.