Papst nimmt Rücktritt von drei chilenischen Bischöfen an

Welt / 11.06.2018 • 20:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Papst gab zu, den Missbrauchsskandal falsch eingeschätzt zu haben. Reuters
Der Papst gab zu, den Missbrauchsskandal falsch eingeschätzt zu haben. Reuters

rom Papst Franziskus hat nach dem massiven Missbrauchsskandal in Chile die Neuformierung der Kirchenführung in dem südamerikanischen Land eingeleitet. Er nahm am Montag den Rücktritt des Bischofs Juan Barros von Osorno (61) an, der im Zentrum der Vorwürfe steht. Auch die Rücktritte der Bischöfe von Valparaíso und Puerto Montt, Gonzalo Duarte und Cristian Caro, akzeptierte der Papst.

Das Revirement kommt, nachdem Franziskus eingestanden hatte, die Dimension des Skandals falsch eingeschätzt zu haben. Bei seinem Chile-Besuch im Jänner hatte er Barros verteidigt, den er 2015 gegen den Widerstand der Gemeinde in Osorno zum Bischof gemacht hatte. Nach einem Treffen mit Opfern und der Lektüre des 2300 Seiten umfassenden Ermittlungsberichts erklärte Franziskus, sich in Barros geirrt zu haben. Insgesamt haben im Mai 30 chilenische Bischöfe ihren Rücktritt angeboten. Franziskus‘ Entscheidung kam einen Tag vor der Abreise der Vatikan-Ermittler nach Osorno.