Vorwürfe gegen WWF

06.03.2019 • 21:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Umweltstiftung soll einem Bericht zufolge folternde und mordende Wildhüter unterstützen.

Genf Die Umweltstiftung WWF sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Sie unterstütze seit vielen Jahren Wildhüter, die verdächtigte Wilderer systematisch gefoltert und teils ermordet hätten, berichtete das Online-Magazin „Buzzfeed“. „Buzzfeed“ hat nach eigenen Angaben in Afrika und Asien Opfer brutaler paramilitärischer Wildhüter getroffen, mit denen der WWF zusammenarbeite. „Die Wohltätigkeitsorganisation finanziert in Nationalparks in Asien und Afrika paramilitärische Kräfte, rüstet sie aus und arbeitet direkt mit ihnen zusammen, und zwar Kräfte, denen vorgeworfen wird, zahlreiche Menschen geschlagen, gefoltert, sexuell angegriffen und ermordet zu haben“, schreibt „Buzzfeed“. In einem afrikanischen Land soll der World Wide Fund For Nature an einer dubiosen Aktion beteiligt gewesen sein, bei der Sturmgewehre von einer berüchtigten Armee gekauft werden sollten.

Das Online-Magazin schildert den Fall eines Mannes in Nepal, der von Wildhütern 2006 zu Tode gefoltert worden sein soll. Das sei kein Einzelfall: 2017 hätten Ranger in Kamerun einen Elfjährigen vor den Augen seiner Eltern gefoltert. Die Reporter werfen dem WWF vor, sich in Nepal dafür eingesetzt zu haben, dass die Anklagen fallen gelassen werden. Einer der Beschuldigten sei später vom WWF eingestellt worden.

WWF International habe eine unabhängige Kommission damit beauftragt, sämtliche Anschuldigungen zu prüfen. Die zuständigen Stellen seien entschlossen, schnell und zuverlässig zu handeln und die geeigneten Maßnahmen zu setzen. „WWF Österreich ist in diese Untersuchung nicht involviert, dennoch machen die Vorwürfe über mögliche Menschenrechtsverletzungen auch uns sehr betroffen. Dafür darf es keine Toleranz geben. Umso mehr hoffen wir jetzt auf eine umfassende Aufklärung, die alle offenen Fragen beantwortet“, so Sprecher Gerhard Auer.

Der WWF ist eine der größten Umweltschutzorganisationen der Welt. Er wurde 1961 in Zürich gegründet und hat seinen Sitz bis heute in Gland bei Genf.

„Wir hoffen auf eine umfassende Aufklärung, die alle offenen Fragen beantwortet.“