Experten schlagen Alarm

14.03.2019 • 21:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schon 2050 könnte in den Ozeanen Schätzungen zufolge mehr Plastik treiben als Fische darin schwimmen, warnten die Vereinten Nationen. AP
Schon 2050 könnte in den Ozeanen Schätzungen zufolge mehr Plastik treiben als Fische darin schwimmen, warnten die Vereinten Nationen. AP

Umweltschäden verursachen ein Viertel der Todes- und Krankheitsfälle.

Nairobi Ein Viertel der Erkrankungen und vorzeitigen Todesfälle weltweit werden einem UN-Bericht zufolge durch Umweltverschmutzung und -zerstörung verursacht. So seien neun Millionen Todesfälle allein im Jahr 2015 auf Umweltverschmutzung zurückzuführen. Luft- und Wasserverschmutzung sowie die fortschreitende Zerstörung von Ökosystemen bedrohen und beeinträchtigen die Lebensräume von Milliarden von Menschen und schädigen die Weltwirtschaft massiv, heißt es in der Studie. „Entweder wir verbessern den Umweltschutz drastisch, oder Millionen von Menschen werden in Städten und Regionen in Asien, dem Nahen Osten und in Afrika bis Mitte des Jahrhunderts vorzeitig sterben.“ Der Bericht nannte dafür etliche Beispiele: Etwa würden bis 2050 voraussichtlich gegen Antibiotika resistente Infektionen weltweit die größte Todesursache sein. Um dies zu vermeiden, müssen demnach viel mehr Menschen Zugang zu günstigen Technologien zur Abwasserreinigung bekommen. Die Nutzung von Antibiotika müsse bei Menschen und in der Landwirtschaft viel stärker kontrolliert werden, hieß es.

Der Bericht nannte auch Probleme wie die Vermüllung der Ozeane durch Plastik, die Zerstückelung von Lebensräumen von Tieren und Luftverschmutzung. All dies führe zu einem Massenaussterben von Arten. „Die Wissenschaft ist deutlich: Die Gesundheit und der Wohlstand der Menschheit sind direkt mit dem Zustand unserer Umwelt verbunden“, teilte die Leiterin des UN-Umweltprogramms, Joyce Msuya, mit. Die Politik müsse sich nun für einen neuen Weg der nachhaltigen Entwicklung entscheiden. Der GEO-6-Bericht ist nach eigenen Angaben die ausführlichste Umwelt-Studie der Vereinten Nationen der letzten fünf Jahre. Demnach arbeiteten 250 Wissenschaftler und Experten aus mehr als 70 Ländern daran. Er wurde im Rahmen der UN-Umweltkonferenz veröffentlicht, die in Nairobi stattfindet.