Luxusstadtviertel in New York eröffnet

Welt / 15.03.2019 • 22:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Viele New Yorker sind vom neuen Viertel nicht begeistert - zu steril, zu wenig authentisch und vor allem zu teuer sei das neue Stadtviertel, kritisieren viele. AFP
Viele New Yorker sind vom neuen Viertel nicht begeistert – zu steril, zu wenig authentisch und vor allem zu teuer sei das neue Stadtviertel, kritisieren viele. AFP

Hudson Yards sind teuerstes privates Bauprojekt der US-Geschichte.

New York Wie eine Art Schnabel ragt die spitz zulaufende, gläserne Plattform weithin sichtbar aus dem 100. Stockwerk des Wolkenkratzers „30 Hudson Yards“. Ab dem kommenden Jahr sollen Besucher von dort aus 335 Metern Höhe auf Manhattan hinunterschauen – oder sogar noch ein paar Meter weiter oben mit Sicherheitsgurten auf der Spitze des Wolkenkratzers herumklettern können. „The Edge“ werde nach der Eröffnung die höchstgelegene öffentlich zugängliche Outdoor-Aussichtsterrasse der westlichen Welt sein, sagen die Bauherren. Schon jetzt gehört die spitze Plattform zu den spektakulärsten architektonischen Details der Hudson Yards – einem komplett neuen Stadtviertel New Yorks, das am Freitag offiziell eröffnet wurde.

Das Viertel liegt am Hudson River, an der Westseite Manhattans, etwa auf Höhe des Empire State Buildings nahe der zum Park verwandelten Hochbahntrasse High Line. Die Dimensionen sind gewaltig. Nach Angaben der zuständigen Baufirma handelt es sich um das größte und teuerste nicht-öffentliche Bauprojekt in der Geschichte der USA: Rund ein Dutzend neuer Luxus-Wolkenkratzer – teils schon fertig, teils im Bau oder geplant – mit teuren Wohnungen und Büros, wo Unternehmen wie die Investmentfirma BlackRock oder der deutsche Software-Gigant SAP bereits Mietverträge unterzeichnet haben. Rund 25 Milliarden Dollar wird das Projekt am Ende kosten.

Luxushotel und Einkaufszentrum

Dazu kommen ein Luxushotel, eine Schule, Restaurants und ein riesiges Einkaufszentrum. Besucher können staunen und fotografieren, Bewohner müssen sich für alle Bedürfnisse des alltäglichen Lebens kaum wegbewegen. Das komplett neue Kunst- und Kulturzentrum „The Shed“ eröffnet im April. Mitten im Gebäudekomplex liegen ein Park und das begehbare Kunstwerk „The Vessel“, das aus 154 verschiedenen Treppen mit fast 2500 Stufen besteht, auf denen Besucher sitzen oder herumklettern können. Platz ist auf der Insel Manhattan eigentlich ein rares und teures Gut. Die Hudson Yards aber wurden möglich, weil die vom Bahnhof Penn Station abgehenden Gleise überdacht wurden. Die Idee dazu kam nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf, als Bürgermeister Mike Bloomberg das geschockte Manhattan wirtschaftlich wiederbeleben wollte. Die Immobilienfirma Related Companies bekam damals den Zuschlag – und rund 20 Jahre später hat deren Chef Stephen Ross seine Vision verwirklicht. Die Stadt New York hat viel dafür getan, dass die Hudson Yards Wirklichkeit werden – unter anderem wurde eine komplett neue U-Bahn-Station gebaut.