Urteil bestätigt krebserregende Wirkung von Glyphosat

Welt / 20.03.2019 • 22:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

San Francisco Ein glyphosathaltiger Unkrautvernichter des Unternehmens Monsanto hat zur Krebserkrankung eines Mannes in Kalifornien wesentlich beigetragen. Das entschied eine Jury einstimmig in einem Teilprozess vor dem Bundesgericht in San Francisco – und verpasste Monsanto damit einen schweren Rückschlag. Das Unternehmen gehört zum deutschen Bayer-Konzern, dessen Aktienkurs in der Folge am Mittwoch um 13 Prozent einbrach. US-weit klagen Tausende Menschen, der als Round­up bekannte Unkrautvernichter erzeuge Krebs. Es geht um potenzielle Entschädigungssummen in Millionenhöhe. Der Fall des 70 Jahre alten Edwin Hardeman ist erst der Zweite, dessen Beschwerde zu einem Prozess vor Gericht geführt hat. Im August sprach eine Jury einem anderen Mann 289 Millionen Dollar Schadenersatz zu. Ein Richter senkte die Summe später auf 78 Millionen Dollar, Monsanto legte Berufung ein. Das Unternehmen hält Glyphosat für sicher, dies hätten auch Studien ergeben. Bayer erklärte, es glaube weiter an die wissenschaftlichen Erkenntnisse, laut denen Herbizide auf Glyphosat-Basis nicht krebserregend sind.

Monsanto hatte Glyphosat in den 1970er-Jahren entwickelt. Heute wird es in mehr als 160 Ländern verkauft und in den USA verbreitet eingesetzt. 2015 stufte die zur Weltgesundheitsorganisation gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung mit Sitz in Frankreich das Mittel als „wahrscheinlich krebserregend“ ein.