FBI ermittelt nach Boeing-Absturz

Welt / 21.03.2019 • 22:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beim Flugzeugabsturz am 10. März sind alle 157 Insassen ums Leben gekommen. RTS
Beim Flugzeugabsturz am 10. März sind alle 157 Insassen ums Leben gekommen. RTS

Vorgänge rund um die Zulassung der Unglücksflieger werden geprüft.

Washington Nach zwei Flugzeugabstürzen in weniger als einem halben Jahr wird die Zulassung von Boeings 737 Max Jets durch die US-Luftfahrtbehörde FAA inzwischen mit großem Argwohn betrachtet. Skepsis ruft vor allem die Freigabe der umstrittenen Steuerungssoftware MCAS hervor, die laut Unfallermittlern eine entscheidende Rolle beim Absturz einer 737 Max 8 Ende Oktober in Indonesien spielte und auch beim jüngsten Crash einer solchen Maschine in Äthiopien als mögliche Ursache gilt. Laut einem Zeitungsbericht hat sich nun auch das FBI strafrechtlichen Ermittlungen im Zusammenhang mit der Zulassung von Boeings Unglücksflieger 737 Max angeschlossen. Die Bundespolizei solle mit ihren beträchtlichen Ressourcen die bereits laufende Untersuchung des Verkehrsministeriums unterstützen, schrieb die „Seattle Times“. US-Verkehrsministerin Elaine Chao hatte angeordnet, dass ihr Ministerium überprüft, ob bei der Sicherheits-Zertifizierung der neuen Boeing-737-Max-Flugzeuge im Jahr 2017 alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Bessere Software

Wie die Luftfahrtbehörde FAA mitteilte, entwickelt der Hersteller Boeing nach den Flugzeugabstürzen einen Software-Patch und entsprechende Installationsprogramme für die Baureihe 737 Max. Nach den beiden Abstürzen dieser neuen Flugzeugtypen wurde bis zur genauen Klärung der Ursachen ein Startverbot für die Serie 737 Max angeordnet. Erste Auswertungen von Daten hatten ergeben, dass es bei den Abstürzen der Maschinen der Gesellschaften Lion Air (Indonesien) und Ethiopian Airlines Ähnlichkeiten gegeben haben könnte.

Vor dem Flugzeugabsturz in Äthiopien hat Ethiopian Airlines ihre Piloten nach eigenen Angaben ausreichend für das Fliegen mit der Boeing 737 Max 8 geschult. Die Piloten hätten das von Boeing empfohlene und von der US-Luftfahrtbehörde FAA genehmigte Übergangstraining von der Boeing 737 NG auf das Nachfolgemodell 737 Max vor dessen Flottenintegration absolviert, teilte die Fluggesellschaft mit.

Zudem seien die Piloten über die Richtlinien, die nach dem Absturz der Lion-Air-Maschine in Indonesien im Oktober von der FAA herausgegeben wurden, informiert worden. Ethiopian Airlines reagierte damit auf einen Bericht der „New York Times“, wonach der Pilot der Absturzmaschine kein Training im Flugsimulator für die Boeing 737 Max 8 absolviert haben soll.