Wissenslücken zum Holocaust

Welt / 02.05.2019 • 22:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Israel hat am Donnerstag der Opfer des Holocaust gedacht. Landesweit heulten zwei Minuten lang die Sirenen. Fußgänger blieben stehen und verharrten in stillem Gedenken. AFP
Israel hat am Donnerstag der Opfer des Holocaust gedacht. Landesweit heulten zwei Minuten lang die Sirenen. Fußgänger blieben stehen und verharrten in stillem Gedenken. AFP

Einer Studie zufolge ist das Wissen der Österreicher mangelhaft.

Wien Mehr als die Hälfte von tausend für eine Studie befragten Österreichern weiß nicht, dass während des Holocaust rund sechs Millionen Juden vom Nazi-Regime ermordet wurden. 36 Prozent aller Befragten und 42 Prozent der jungen Generation glauben dagegen, dass weniger als zwei Millionen Juden während des Holocaust ermordet wurden, berichteten Vertreter der Claims Conference am Donnerstag. 13 Prozent der jüngeren Befragten meinen zudem, dass die Zahl der ermordeten Juden „weit übertrieben“ sei. 38 Prozent glauben zudem, dass der Nationalsozialismus wieder an die Macht kommen könnte. Auch die Ansicht, wonach Österreich sowohl Täter als auch Opfer in der NS-Zeit gewesen ist, wird nach wie vor breit vertreten. 68 Prozent der Befragten haben diese Meinung. 45 Prozent gaben an, dass die Österreicher keine Maßnahmen ergriffen hätten, als Österreich von Nazi-Deutschland annektiert wurde, während 32 Prozent sagten, dass die Annexion mit breiter Unterstützung stattgefunden habe. Sieben Prozent glaubten, dass die Österreicher mehrheitlich gegen die Annexion waren.

Auf die Frage nach Konzentrationslagern der Nazis in Österreich konnten 42 Prozent der Befragten Mauthausen nicht nennen. Wissenslücken gab es auch mit der Nazi-Verfolgung verknüpfter Personen: So kannten zwar etwa 80 Prozent Anne Frank, doch nur 20 Prozent konnten die Niederlande als Verfolgungsland anführen. Während 51 Prozent Adolf Eichmann kannten, wussten nur 14 Prozent, dass dieser Österreicher war. Bei Adolf Hitler waren es zumindest 79 Prozent.

Für Matthew Bronfman, Vorsitzender der Taskforce für Befragungen der Claims Conference, wird durch die Ergebnisse zur Dimension des Holocaust deutlich, „dass wir vor einem Problem stehen“. Man scheitere offenbar darin, junge Menschen zu unterrichten.