Sorge um Artenvielfalt

Welt / 05.05.2019 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Papier mit Kernaussagen zur globalen Artenvielfalt ist am Samstag bei einer Weltkonferenz in Paris von allen Mitgliedsstaaten unterzeichnet worden. AFP
Ein Papier mit Kernaussagen zur globalen Artenvielfalt ist am Samstag bei einer Weltkonferenz in Paris von allen Mitgliedsstaaten unterzeichnet worden. AFP

Bericht zum Zustand der Natur wird heute vorgestellt.

Paris Erstmals seit 14 Jahren gibt es einen umfassenden Bericht zum Zustand der globalen Artenvielfalt. Eine Zusammenfassung mit Kernaussagen wird heute in Paris vorgestellt. Ähnlich den Papieren des Weltklimarats IPCC für den Klimawandel soll der Artenvielfalt-Bericht des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) einen weltweit akzeptierten Sachstand zur Lage und zu möglichen Lösungen schaffen. Experten und Umweltschützer erwarten dramatische Aussagen zum Zustand der Natur. Seit 1992, als die Weltgemeinschaft in Rio de Janeiro die Konvention zum Schutz der Artenvielfalt verabschiedete, habe sich die Situation maßgeblich verschlechtert, sagte Georg Schwede von Campaign for Nature im Vorfeld. Es sei sehr gut, dass der IPBES-Bericht auch das Wissen indigener Völker einbeziehe. „Die haben einen viel besseren Job gemacht, Natur zu schützen, als Nationalstaaten.“

Derzeit verbrauche die Menschheit weit mehr Nahrungsmittel und andere Ressourcen als innerhalb eines Jahres wieder nachwachsen könnten – so als habe sie 1,7 Erden zur Verfügung, hat die Organisation Global Footprint errechnet. „Noch können wir zu einem Wirtschaften in den natürlichen Grenzen der Erde zurückfinden“, betonte Jörg-Andreas Krüger von der Umweltschutzstiftung WWF. „Dafür müssen wir schrittweise die Rahmenbedingungen für unser Finanz- und Wirtschaftssystem verändern und Ernst machen mit einem Fokus auf die Wiederherstellung von geschädigten Landschaften.“ Für den Bericht des Weltbiodiversitätsrats – eine Organisation der Vereinten Nationen – hatten rund 150 Experten aus 50 Ländern drei Jahre lang vorhandenes Wissen aus Tausenden Studien zusammengetragen. Sie prüften unter anderem, wie weit die Welt bei bereits vereinbarten Artenschutz-Zielen gekommen ist. Anschließend debattierten bei einer Weltkonferenz in Paris Delegierte der 132 IPBES-Mitgliedsstaaten über die Kernaussagen des Berichts und die genauen Formulierungen dazu.