Warntafeln nach Adlerattacke

Welt / 06.05.2019 • 22:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vogelexpertin Hemma Gressel von der Vogelschutzorganisation Birdlife meinte, dass große Greifvögel wie Seeadler nicht  für das Showgeschäft geeignet wären. AP
Vogelexpertin Hemma Gressel von der Vogelschutzorganisation Birdlife meinte, dass große Greifvögel wie Seeadler nicht  für das Showgeschäft geeignet wären. AP

Verhaltensregeln auf Tafeln entlang des Wanderweges zur Burg Hohenwerfen.

Werfen Auf die Attacke eines Jung­adlers auf ein vierjähriges Mädchen nahe der Burg Hohenwerfen in Werfen im Pongau hat die Burgverwaltung reagiert. Entlang des Wanderwegs zur Burg sollen Tafeln mit Verhaltensregeln aufgestellt werden. Der Besucher kann sich informieren, wie mit Greifvögeln in freier Wildbahn umzugehen ist.

Das Mädchen aus Strobl (Flachgau) war am 1. Mai mit Angehörigen, darunter ihre Mutter und ihre Tante, auf dem Wanderweg in Richtung der Burg spaziert. Polizeilichen Informationen zufolge flog ein elf Monate altes Europäisches Seeadlermännchen von einem Baum zu dem Kind und versuchte es laut Zeugenaussagen, am Kopf zu fassen. Die Vierjährige wurde an der Wange verletzt, die Kratzwunde musste unter Narkose im Krankenhaus genäht werden. Auch die 53-jährige Tante, die sich schützend auf das Kind gelegt hatte, wurde verletzt.

Der junge Seeadler dürfte bei der zu dieser Zeit stattfindenden Greifvogelschau unbemerkt sein Gehege auf der Burg verlassen haben. Er befindet sich derzeit in Ausbildung bei der Falknerei der Burg Hohenwerfen. Nach dem Vorfall wurde er eingefangen und wieder zurück in sein Gehege gebracht.

Der Leiter des Landesfalkenhofs auf der Burg Hohenwerfen, Josef Hiebeler, vermutete, dass das Kind zu dem am Wegrand sitzenden Vogel hingegangen und es dann zum Zwischenfall gekommen sei. Er meinte, Adler in diesem Alter seien oft verspielt. Außerdem würden sie besonders auf grelle Farben reagieren.

Nach der Attacke auf das Mädchen meldeten sich auch Kritiker zu Wort. Vogelexpertin Hemma Gressel von der Salzburger Landesstelle der Vogelschutzorganisation Birdlife meinte, die Falknerei solle die viel kleineren Falken statt Adler verwenden.