Kindesmissbrauch bei Pfadfindern – zwei Betreuer im Verdacht

Welt / 07.05.2019 • 22:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Freiburg Beide Männer waren ehrenamtliche Betreuer einer evangelischen Pfadfindergruppe. Beide sollen Kinder sexuell missbraucht haben. Tatort: Die Kleinstadt Staufen bei Freiburg, durch einen anderen Missbrauchsfall überregional bekannt. Im neuen Fall wissen die Ermittler bislang von fünf Opfern, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag in Freiburg mit. Hauptverdächtiger sei ein heute 41-Jähriger. Er habe sich an vier Jungen vergangen. Der zweite Verdächtige, ein 27-Jähriger, habe ein Mädchen sexuell missbraucht.

Im Zentrum der Ermittlungen stehe der 41-Jährige, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Freiburg, Dieter Inhofer. Der Deutsche sitze seit Februar in Untersuchungshaft, weil er vier Jungen missbraucht haben soll. Der frühere Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde Staufen, der Pfadfinder betreute, soll sich 2009 bis 2018 an den Jungen vergangen haben, diese seien damals 8 bis 14 Jahre alt gewesen.

„Er hat sich die Kinder gezielt ausgesucht“, sagte Chefermittler Mathias Kaiser. Er habe sie unter Druck gesetzt und sie jeweils bis zu 400 Mal sexuell missbraucht. „Es kam pro Opfer zu mehreren Übergriffen wöchentlich.“ Die Kinder seien bis heute schwer traumatisiert. Sie litten unter „enormen, psychischen Belastungen“. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es weitere Opfer gebe. Die Polizei hoffe, dass diese sich meldeten. Ins Rollen kamen die Ermittlungen, als im Februar die Mutter eines heute 17-Jährigen zur Polizei kam und Anzeige erstattete. Vier Tage später wurde der 41-Jährige festgenommen.