Monsanto führte geheime Liste von Kritikern in Frankreich

10.05.2019 • 20:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

St. Louis Der Chemiekonzern Bayer gerät wegen seiner US-Tochter Monsanto erneut unter Druck: Monsanto soll ab 2016 eine geheime Liste mit Kritikern in Frankreich geführt haben, wie der Sender France 2 berichtete. Kritische Politiker, Wissenschafter und Journalisten wollte der Agrarkonzern demnach „erziehen“, besonders hartnäckige Gegner von Monsanto sogar „überwachen“. Bayer betonte, keine Kenntnis davon gehabt zu haben.

PR-Agenturen sollen die Liste im Auftrag des US-Konzerns geführt haben. Darin waren zuletzt rund 200 Namen aufgeführt – mit Noten von 0 bis 5, je nach Einfluss und Grad der Unterstützung für Monsanto. Die Politiker, Wissenschafter oder Journalisten wurden mit Privatadresse und Telefonnummer gelistet. Auch die damalige Umweltministerin Ségolène Royal stand auf der Liste – als „null beeinflussbar“, wegen ihrer ablehnenden Haltung zu dem umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Die Zeitung „Le Monde“ kündigte juristische Schritte wegen Datenmissbrauchs an, andere Medien wollen die Datenschutzbehörde CNIL anrufen.