Braunalgen-Plage

15.05.2019 • 20:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Karibik-Ressorts um Cancún locken jedes Jahr unzählige Urlauber. Doch an den Traumstränden haben sich die stinkenden Algen ausgebreitet. AP
Die Karibik-Ressorts um Cancún locken jedes Jahr unzählige Urlauber. Doch an den Traumstränden haben sich die stinkenden Algen ausgebreitet. AP

Traumstrände Mexikos von stinkenden Algen bedroht.

Mexiko-Stadt Das Meer ist nicht mehr türkis, sondern trüb. Auf dem weißen Sand liegt tonnenweise Tang. Statt frischer Seeluft dominiert ein Geruch nach faulen Eiern. Die mexikanische Riviera hat ein Problem. Seit 2014 wird die Küste in immer größerem Ausmaß von Braunalgen heimgesucht. In dieser Saison könnte es besonders schlimm werden. Experten gehen davon aus, dass dies der neue Normalzustand sein wird.

Vor 2014 waren die Algen der Gattung Sargassum in der Karibik kaum verbreitet. Doch der Klimawandel, in Kombination mit Meeresströmungen und Verschmutzung durch Düngemittel aus der Landwirtschaft, hat viele Strände grundlegend verändert. In den betroffenen Urlaubsorten wie Cancún, Playa del Carmen und Tulum werden etwa die Hälfte der Tourismus-Einnahmen Mexikos generiert. Auch die Wirtschaft schlägt deswegen Alarm.

Die Algenteppiche, die sich derzeit fast an der gesamten Küste des mexikanischen Bundesstaates Quintana Roo entlangziehen, sind noch größer als im vergangenen Jahr. Auch andere Teile der Karibik sowie des Golfs von Mexiko sind immer öfter betroffen, aktuell etwa auch die Ostküste Floridas.Ihren Ursprung haben die Algenmassen in einer weit entfernten Region: in den tropischen Bereichen des Atlantiks südlich der Amazonas-Mündung. Chuanmin Hu, Ozeanographie-Professor am College of Marine Science der South Florida University, führt das Phänomen unter anderem auf einen zunehmenden Auftrieb von nährstoffreichem Wasser aus tiefer liegenden Meeresschichten zurück. „Der globale Klimawandel kann zu verstärktem Auftrieb, erhöhten atmosphärischen Ablagerungen oder erhöhtem Nährstoffeintrag über die Flüsse führen“, sagt er. „Alle drei Faktoren könnten zu der jüngsten Verbreitung von Sargassum beigetragen haben.“