„Kombi-Effekt“ tötet Bienen

04.06.2019 • 20:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein Imker kontrolliert seine Bestände. Nach dem Wirtswechsel auf die Westliche Honigbiene wurde die Varroa Milbe weltweit zur gefährlichsten biotischen Gefahr der Honigbienen. AFP
Ein Imker kontrolliert seine Bestände. Nach dem Wirtswechsel auf die Westliche Honigbiene wurde die Varroa Milbe weltweit zur gefährlichsten biotischen Gefahr der Honigbienen. AFP

Die Varroa Milbe und Insektizide setzen laut Studie der Honigbiene enorm zu.

Bern Zwei Stressfaktoren setzen Bienen zu: Insektizide und die Varroa-Milbe. Eine Kombination dieser Faktoren ist besonders bedrohlich, haben Forscher des Instituts für Bienengesundheit der Universität Bern und des Honigbienen-Forschungsnetzwerks COLOSS belegt. Seit Längerem wurde vermutet, dass ein Zusammenwirken von verschiedenen Stressfaktoren hinter den hohen Verlusten von Honigbienenvölkern der letzten Jahren stehen könnte. Daten, die einen „Kombi-Effekt“ belegen, gab es aber nicht. Die Forscher der Universität Bern und weiterer Universitäten in den USA und Thailand haben nun einen bisher unbekannten Mechanismus nachweisen können, der die erhöhten Verluste an Bienenvölkern erklären kann. Ihre Ergebnisse haben die Forschenden in den „Scientific Reports“ publiziert, dem Open-Acess-Journal der Zeitschrift „Nature“. Die Forscher behandelten Arbeiterinnen in Honigbienen-Kolonien mit zwei ausgewählten Insektiziden. Diese hatten keinen Einfluss auf Gewicht und Langlebigkeit der Bienen. Sobald ein Befall mit der Varroa Milbe hinzukam, konnte ein schädliches Zusammenwirken der beiden Faktoren nachgewiesen werden.

Körpergröße auch reduziert

Besonders langlebige Winterbienen waren betroffen. Sie werden im Herbst geboren, um das Überleben der Kolonie im Winter zu sichern. Der negative „Kombi-Effekt“ führte nicht nur zu einer kürzeren Lebenszeit der Winterbienen-Arbeiterinnen, sondern auch zu einer reduzierten Körpergröße. Diese ist jedoch entscheidend dafür, wie gut die Winterbienen ihre Körpertemperatur gegen die Kälte verteidigen können. Die Forscher plädieren für nachhaltige Lösungen in der Landwirtschaft. In den letzten Jahren kam es weltweit zu hohen Verlusten.