Kampf gegen Kinderarbeit

05.06.2019 • 20:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Teilweise müssen schon Kinder ab fünf Jahren bei der Kakaoernte mithelfen. AP
Teilweise müssen schon Kinder ab fünf Jahren bei der Kakaoernte mithelfen. AP

Laut einer Studie müsste Kakao teurer werden, um Kinderarbeit zu verringern.

Fayetteville Ghana und die Elfenbeinküste produzieren etwa 60 Prozent des weltweiten Kakaos. Kinderarbeit ist dort zwar gesetzlich verboten, das lässt sich aber kaum durchsetzen. Studien zeigen, dass viele der meist kleinen und mittelgroßen Betriebe von Armut betroffen sind. In der Erntesaison 2013/2104 arbeiteten einer Studie zufolge fast 960.000 Kinder in Ghana auf Kakaofarmen, teilweise schon ab dem Alter von fünf Jahren.

Die Internationale Arbeitsorganisation unterscheidet verschiedene Formen der Kinderarbeit – von leichten Tätigkeiten, die nicht vom Schulbesuch abhalten, bis hin zu schweren, gesundheitsgefährdenden Arbeiten, etwa der Umgang mit Pestiziden oder die Ernte auf Bäumen mit Macheten. In Ghana übernehmen 40 Prozent der arbeitenden Kinder schwere Aufgaben. Das Team von Agrarökonomen um Lawton Lanier Nalley von der University of Arkansas berechnete nun, wie stark der Kakaopreis steigen müsste, damit Bauern ohne finanzielle Einbußen auf Kinderarbeit verzichten könnten. Dabei berücksichtigten die Forscher eine Vielzahl von Daten, etwa wie viel Zeit und Geld ein Farmer für den Anbau von Kakao und anderen Nahrungsmitteln braucht und wie sich Schulzeiten der Kinder auf die finanzielle Situation der Familie auswirken.

Resultat: Mit einem Preisaufschlag von 2,8 Prozent könnten Bauern ihren Kindern die schwersten Formen von Kinderarbeit ersparen. Um Arbeiten zu vermeiden, die mehr als 14 Wochenstunden betragen, wäre demnach ein Aufpreis von knapp zwölf Prozent nötig. Um die Kinderarbeit ganz zu unterbinden, müsste der Kakaopreis um etwa 47 Prozent steigen. Der Kakaopreis macht etwa bei Schokolade nur einen kleinen Bruchteil des Gesamtpreises aus. Das Team rät, solche Zahlungen direkt an die Bauern zu leisten. Dies sei in Ghana gut möglich, da eine staatliche Behörde den Export kontrolliert. Diese könnte den Zuschlag als Zwischenhändler zahlen und dann davon profitieren, zertifizierten Kakao – ohne Kinderarbeit – anzubieten.