Alarm auf Mallorca

12.06.2019 • 20:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach einer langen Serie von Rekordjahren auf Mallorca bleiben die Touristen aus. Reutes
Nach einer langen Serie von Rekordjahren auf Mallorca bleiben die Touristen aus. Reutes

Touristenflaute macht Urlaubsinsel zu schaffen.

Palma de mallorca Auf Mallorca gibt es dieser Tage Temperaturen um die 30 Grad und viel Sonnenschein. Aber auf der Insel kommen viele Menschen derzeit trotzdem aus dem Zittern nicht heraus. Den Hoteliers, Reiseveranstaltern, Restaurantbesitzern und auch den Chefs der Tourismusbehörden wird angst und bang, wenn sie auf die Buchungszahlen für die laufende Sommersaison blicken. Die Touristen bleiben plötzlich weg. „Wir hatten für diese Saison zwar einen Rückgang erwartet, aber niemals den Einbruch, den wir zurzeit erleben“, sagte ein Sprecher der Hoteliers der spanischen Insel der Zeitung „Ultima Hora“. Vor allem die Deutschen machen derzeit einen großen Bogen um ihre eigentlich liebste Urlaubsinsel. Sogar auf dem „Ballermann“ ist das zu spüren. Der sogenannte Sauftourismus sorge zwar an den Wochenenden und an den Feiertagen weiterhin für volle Häuser, sagte ein Sprecher der Hoteliers der Playa. Aber andere, „ruhigere“ Touristen, die länger bleiben und oft mehr Geld auf der Insel ausgeben, fahren inzwischen offensichtlich woanders hin. „Im Juni wird die Auslastung nur bei 50 bis 60 Prozent liegen“, sagt der Sprecher. Das sind bis zu 15 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Aber nicht nur am „Ballermann“, auch in anderen Inselteilen vermisst man die Touristen. So zum Beispiel in Magaluf westlich von Palma. Die „Briten-Hochburg“ meldet bisher einen Rückgang von rund sechs Prozent bei ihren wichtigsten Kunden. Für Juli und August befürchte man einen noch stärkeren Rückgang.

Schuld seien der Brexit und auch das Erstarken der Tourismusregionen im östlichen Mittelmeer, etwa in der Türkei. Selbst Rabatte von bis zu 40 Prozent konnten die Tendenz bisher nicht umkehren. Konkurrenzdestinationen wie die Türkei, Ägypten und Tunesien haben noch bessere Angebote. Die Wettbewerber im östlichen Mittelmeer bieten zum Teil „mehr Qualität“ für weniger Geld an.