„Ausbruch wäre katastrophal“

14.06.2019 • 20:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Vulkan auf der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka galt lange als erloschen. Doch seit einiger Zeit ist er wieder aktiv.
Ein Vulkan auf der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka galt lange als erloschen. Doch seit einiger Zeit ist er wieder aktiv.

Vulkan Bolschaja Udina in Russland brodelt wieder. Eruption könnte Klima beeinflussen.

MOskau Wie aus einem Prospekt für den Skiurlaub wirken die Berge auf der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka im Osten Russlands. Doch unter den Schneemassen lauert Gefahr: Ein als erloschen geglaubter Vulkan ist vor einiger Zeit wieder erwacht. „Es kann jederzeit zu einem Ausbruch kommen“, sagt der Vulkanologe Iwan Kulakow der Deutschen Presse-Agentur. Seit gut zwei Jahren stellen Wissenschaftler fest, dass die seismische Aktivität des Vulkans Bolschaja Udina in der Vulkan-Gruppe Kljutschewskaja zunimmt. Sollte er ausbrechen, könnte das verheerende Folgen haben, nicht nur in Russland.

Von Mai bis Juli vergangenen Jahres sind der Untersuchung zufolge 559 Erdbeben unter dem Vulkan registriert worden. Die Forscher änderten daraufhin die Einstufung – der Vulkan könne nicht länger als erloschen gelten. Im Februar dieses Jahres sei ein Erdbeben der Stärke 4,3 registriert worden, schrieben sie in der internationalen Fachzeitschrift für Vulkanologie und Geothermie.

Vulkane, in denen es lange nicht rumorte, seien besonders gefährlich, erklärte Kulakow. „Die erste Eruption kann sehr stark und explosiv sein.“ Bei aktiven Vulkanen könne sich die Energie nicht im Inneren ansammeln. „Bei inaktiven Vulkanen ist das anders. Da kann eine Eruption katastrophal sein.“

Wenn Aschewolken ausgestoßen würden, dann könnten sie Tausende Kilometer weit fliegen. „Wenn sie in die Stratosphäre gelangen, können die Partikel sehr schnell in einen anderen Teil der Welt gelangen und das Klima verändern.“ Der Vulkan auf der Halbinsel im Nordosten Asiens ist nicht der einzige, in dem es rumort. Um ihn herum in einer Entfernung von 20 Kilometern gebe es mehr als zehn Vulkane. „Drei von ihnen sind sehr aktiv“, sagt der Vulkanologe. Die 1200 Kilometer lange und bis zu 450 Kilometer breite Halbinsel zählt rund 160 Vulkane. Es kommt immer wieder zu Ausbrüchen. Die Vulkanregion gehört zum Weltnaturerbe.