Mit SpaceX zur letzten Ruhe ins Weltall

Welt / 25.06.2019 • 22:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
An Bord waren auch die Überreste des früheren Astronauten Bill Pogue. AFP
An Bord waren auch die Überreste des früheren Astronauten Bill Pogue. AFP

Schwer beladen: Heavy Falcon mit 24 Satelliten bepackt.

Cape Canaveral Zum dritten Mal hat das Raumfahrtunternehmen SpaceX eine Falcon-Heavy-Rakete ins All geschickt. Am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) waren 24 Forschungssatelliten an Bord. Die große Ladung ähnelte einem Gemischtwarenladen: von einer Atomuhr über einen Test mit einem „sauberen und grünen“ Raketentreibstoff bis hin zur Bestattung menschlicher Asche im All waren unterschiedlichste Dinge an Bord. Die Falcon Heavy ist eine der stärksten Raketen, die es heutzutage gibt. Ihr erster Flug war im Februar 2018: SpaceX-Chef Elon Musk hatte spektaktulär einen Tesla mit in eine Umlaufbahn hinter dem Mars geschickt.

Hauptaufgabe der Rakete nun war die Platzierung der Satelliten in drei unterschiedlichen Erdumlaufbahnen. SpaceX bezeichnete dies vorab als eine der herausforderndsten Aufgaben überhaupt. Auf Twitter meldete das Unternehmen jede einzelne Platzierung, das Prozedere sollte mehrere Stunden dauern.

Überreste von 150 Menschen

Erstmals beteiligte sich das US-Verteidigungsministerium am Flug einer Falcon Heavy. Es wurde erwartet, dass dabei Daten gesammelt werden sollten, um den Raketentyp und wiederverwendbare Antriebe für künftige Missionen des US-Militärs zu testen.

Außerdem hatten sich auch die Nasa, die Ozean- und Klimabehörde NOAA und ein Forschungslabor der Luftwaffe einen Platz zum Transport in der Rakete reserviert. Ebenso die Organisation Planetary Society und das Unternehmen Celestis, das Asche von Verstorbenen ins All bringen lässt. An Bord der Heavy Falcon waren die Überreste von mehr als 150 Menschen, darunter des früheren Astronauten Bill Pogue. Er war in den 1970er-Jahren auf die erste Raumstation der Nasa, das Skylab, geflogen und 2014 gestorben.

Die Nasa schickte eine Atomuhr ins All, die Teil eines Forschungsprojekts für selbstfliegende Raumfahrzeuge weit weg von der Erde ist. Die Uhr soll den Fahrzeugen beim Navigieren helfen. Außerdem testet die Raumfahrtbehörde eine sogenannte grüne Alternative zum bislang verwendeten, hochgiftigen Raketen- und Satellitentreibstoff. Das Forschungslabor der Luftwaffe und die NOAA nutzen die Mitfahrgelegenheit auf der Falcon Heavy, um Wetterexperimente und experimentelle Satelliten für die Wettervorhersage ins All zu bringen.

Die Planetary Society ließ ein Raumfahrzeug namens LightSail transportieren, das – einem Sonnensegel ähnelnd – das erste auf einer Erdumlaufbahn kreisende Raumfahrzeug werden soll, das nur von Sonnenlicht angetrieben wird.