Ganz Europa schwitzt

28.06.2019 • 20:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Rekordhitzewelle in Europa hat Frankreich besonders fest im Griff. In Paris suchen die Menschen Abkühlung im Brunnen vor dem Eiffelturm. afp
Die Rekordhitzewelle in Europa hat Frankreich besonders fest im Griff. In Paris suchen die Menschen Abkühlung im Brunnen vor dem Eiffelturm. afp

Heißester Juni der Messgeschichte. Frankreich kippt mit 45,1 Grad Allzeit-Hitzerekord.

Paris Nun ist es offiziell: Der heurige Juni war der heißeste, sonnigste und trockenste der Messgeschichte. Wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Freitag bekannt gab, wurden im zu Ende gehenden Monat in allen Bereichen die bisher extremsten Juni-Werte erreicht. Die Temperatur lag 4,7 Grad über dem Mittel, während es 57 Prozent weniger Niederschlag als im Durchschnitt gab.

Die Klimabilanz basiert auf einer ersten Auswertung der 270 Wetterstationen der ZAMG sowie auf der räumlichen Klimaanalyse an 84.000 Datenpunkten in Österreich. „Das ist deutlich über dem bisherigen wärmsten Juni der Messgeschichte, dem Juni 2003.“ Dieser war 4,1 Grad heißer als im Mittel“, berichtete der ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik am Freitag. Ein österreichweiter Juni-Rekord wurde auch bei der Anzahl an Tropennächten aufgestellt, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. An der ZAMG-Wetterstation Wien-Innere Stadt wurden dreizehn Tropennächte registriert. Der alte Rekord von zwölf Tropennächten in einem Juni war im Jahr 2003 ebenfalls an der Messstation Wien-Innere Stadt registriert worden.

Auch der österreichweite Rekord an Hitzetagen mit mindestens 30 Grad in einem Juni dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit noch fallen. Er liegt bisher bei 15 Hitzetagen im Juni 2003, die in Haiming in Tirol und in Leibnitz in der Steiermark erreicht wurden.

Frankreich glüht

Die Rekordhitzewelle in Europa hat besonders Frankreich fest im Griff. Am Freitag wurden in der Stadt Villevieille im Süden des Landes 45,1 Grad Celsius gemessen, der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen, wie französische Medien berichteten. Rund 4000 Schulen im ganzen Land wurden geschlossen. In Italien gab es in 16 Städten Hitzewarnungen. Sicherheitsdienste verteilten Wasser an Touristen in Rom, die bei sengender Hitze Sightseeing machten.

Erste Todesopfer

In Spanien hat die Hitzewelle die ersten Todesopfer gefordert. Ein 17-jähriger Landarbeiter habe in der Provinz Córdoba im Süden Spaniens bei der Ernte einen Hitzschlag erlitten und sei im Krankenhaus gestorben. In Valladolid nordwestlich von Madrid erlag ein 93 Jahre alter Mann bei einem Spaziergang einem Hitzschlag. In Frankreich sind in dieser Woche vier Personen ertrunken, als sie sich schnell Abkühlung verschaffen wollten. In einem Fluss nahe Manchester in England ertrank ein zwölfjähriges Mädchen.