„Glyphosatverbot nicht möglich“

Welt / 01.07.2019 • 22:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Auswirkungen von Glyphosat sind umstritten. Aktivisten gehen immer wieder gegen den Unkrautvernichter auf die Straße. AFP
Die Auswirkungen von Glyphosat sind umstritten. Aktivisten gehen immer wieder gegen den Unkrautvernichter auf die Straße. AFP

BOKU-Studie konnte auch kein erhöhtes Risiko zu vergleichbaren Pestiziden feststellen.

Wien Ein Totalverbot des Unkrautvernichters Glyphosat ist in Österreich nicht möglich, da dies gegen EU-Recht verstoßen würde; der Einsatz einzelner Produkte kann aber eingeschränkt werden: Das ist das zentrale Ergebnis der „nationalen Machbarkeitsstudie Glyphosat“ der BOKU. Für die Untersuchung wurden von Wissenschaftern der Universität für Bodenkultur (BOKU) unter Mitarbeit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) 400 Studien erneut ausgewertet. Außerdem gab es Workshops mit Experten oder Modellanalysen.

Die Auswirkungen von Glyphosat sind umstritten: Während etwa die europäische Lebensmittelbehörde Efsa das Pestizid für unbedenklich hält, wurde es von der International Agency for Research on Cancer (IARC) als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Siegrid Steinkellner, Studienautorin und Abteilungsleiterin für Pflanzenschutz an der BOKU, gibt zu bedenken, dass auf dieser Liste, neben anderen Chemikalien, auch Nachtarbeit, heiße Getränke und rotes Fleisch zu finden sind. „Wer am Wochenende gegrillt hat, hat sich vielen Gefahren ausgesetzt“, meint die Wissenschafterin. Laut der Studie ist Glyphosat auch nicht gefährlicher als vergleichbare Pestizide. Die Rückstandsdaten der erhältlichen Produkte ließen auf „keine Gefahr für die menschliche Gesundheit“ schließen. Von 1124 in Österreich untersuchten Lebensmittelproben aus konventioneller Produktion lag eine Probe (Honig) über dem Rückstandshöchstgehalt. In 92 Prozent der Proben waren keine Rückstände bestimmbar. Außerdem würden keine gesicherten Belege vorliegen, dass „Glyphosat die Artenvielfalt stärker beeinflusst als andere Maßnahmen zur Unkrautregulation“. Im Ackerbau gäbe es zudem „keine alternativen Herbizide mit vergleichbarer Wirkungsbreite“.