Mammut-Expedition in Arktis

03.07.2019 • 20:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Eisbrecher „Polarstern“ wird für Expedition fit gemacht. dpa
Der Eisbrecher „Polarstern“ wird für Expedition fit gemacht. dpa

Ein Jahr lang soll das Forschungsschiff „Polarstern“ im Packeis durch die Arktis driften.

Bremerhaven Die „Polarstern“ mit Heimathafen Bremerhaven zählt zu den leistungsfähigsten Forschungsschiffen der Welt. Mit seinem doppelwandigen Stahlrumpf kann es bis zu 1,5 Meter dickes Eis brechen. Außentemperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius machen dem Schiff nichts aus. Doch für die am 20. September ab Tromsø in Norwegen beginnende Mosaic-Expedition wird das Schiff zurzeit auf der Lloyd Werft noch besser ausgerüstet. Ein Jahr lang wird die „Polarstern“ sich im Packeis der zentralen Arktis einfrieren lassen. „Eine vergleichbare Expedition hat es noch nie gegeben“, sagt Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut, der die Forschungsreise leitet.

Von Februar bis Juni ist die zentrale Arktis eigentlich unzugänglich, weil das Eis dann selbst für Eisbrecher wie die „Polarstern“ zu dick ist. Für Forscher ist es aber wichtig, dort auch im Winter Messungen vorzunehmen, um mehr über den Klimawandel zu erfahren. Deshalb wird das Schiff mit etwa 100 internationalen Wissenschaftlern und Besatzungsmitgliedern an Bord vom Eis eingeschlossen ohne eigenen Antrieb über die Polkappe driften.

Anders als die „Fram“ wird die „Polarstern“ während der Expedition von anderen Eisbrechern und Flugzeugen versorgt. Auch werden Crew und Forscher alle paar Monate wechseln. Die „Polarstern“ allerdings muss das ganze Jahr über zuverlässig Dienst leisten. Damit das klappt, wird sie zurzeit nicht nur regulär gewartet, sondern auch aufgerüstet, etwa mit einer neuen Tankheizung. Auch ein geheizter Tunnel wird installiert, um Wasserproben und Messgeräte aus dem minus 1,5 bis minus 1,8 Grad kühlen Ozean unbeschadet an Bord zu holen. Größte Herausforderung während der Expedition werde in den ersten Wochen sein, eine geeignete Eisscholle zu finden, an der die „Polarstern“ andocken wird. Auf ihr wird ein Camp aus Messstationen und Zelten aufgebaut. Sie wird mit dem Schiff mitdriften.