87.000 Frauen wurden Opfer von tödlicher Gewalt

08.07.2019 • 20:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

wien  Im Jahr 2017 starben weltweit 87.000 Frauen durch ein Tötungsdelikt. Davon wurden rund 50.000 Frauen und Mädchen von ihrem Partner oder von Familienangehörigen umgebracht. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien hervor. „Viele werden von ihren aktuellen oder früheren Partnern getötet, aber auch von Vätern, Brüdern, Müttern, Schwestern und anderen Familienmitgliedern wegen ihrer Rolle und ihres Rangs“, wird in dem Bericht festgehalten. Wenn es sich um Partner oder Ex-Partner handle, seien die Taten meist nicht spontan, sondern stünden am Ende einer langen Gewaltspirale. Unter den Motiven spielten Eifersucht und Angst vor der Trennung eine wichtige Rolle. Vergleichszahlen von 2012 legten nahe, dass die Zahl der Opfer leicht steigt.

Beim Vergleich der Kontinente fällt auf, dass sich die meisten Fälle tödlicher häuslicher Gewalt in Asien abspielen. 2017 verzeichnete die UN-Behörde dort rund 20.000 von Partnern oder Angehörigen getötete Frauen und Mädchen. In Afrika wurden 19.000 Fälle gezählt, auf dem amerikanischen Kontinent 8000, in Europa 3000, in Ozeanien 300. Insgesamt wurden weltweit 464.000 Personen Opfer von Tötungsdelikten. Durch Mord und Totschlag seien viel mehr Menschen gestorben als in allen bewaffneten Konflikten im selben Zeitraum. In diesen Konflikten verloren 89.000 Menschen ihr Leben.