Empörung nach Beinahe-Unfall

Welt / 08.07.2019 • 22:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Kreuzfahrtriese „Costa Deliziosa“ legte in der Lagune nahe dem Markusplatz an. reuters
Der Kreuzfahrtriese „Costa Deliziosa“ legte in der Lagune nahe dem Markusplatz an. reuters

Venedigs Bürgermeister will keine Kreuzfahrtschiffe mehr in der Lagune.

venedig Nur knapp wurde am Wochenende in Venedig ein Unfall mit einem Kreuzfahrtschiff   verhindert. Dem Bürgermeister der Lagunenstadt, Luigi Brugnaro, reicht es. Empört warf er der italienischen Regierung vor, keine Maßnahmen für einen Bann der Kreuzfahrtschiffe aus dem Giudecca-Kanal ergriffen zu haben. Die „Costa Deliziosa“, die am Sonntag bei starkem Wind von einem Schlepperdienst aus der Lagune gezogen wurde, ist unweit des berühmten Markusplatzes vermutlich wegen des Hagels und starkem Regen einer am Kai vertauten Jacht gefährlich nahe gekommen. Der Hauptschlepper zog den Kreuzfahrtriesen von der Jacht weg, bevor die beiden Schiffe zusammenkrachten. Wasserbusse schaukelten auf den Wellen im Kanal, Passagiere gerieten in Panik.

„Die Wetterbedingungen waren außerordentlich, doch die Regierung muss seiner Pflicht nachkommen“, kritisierte Brugnaro. Die Verantwortung für das, was am Sonntag geschehen sei und in Zukunft geschehen könnte, liege bei der Regierung. Er dankte dem Einsatz des Personals des Schleppers und der Wasserbusse, die mit ihrer Reaktion eine Katastrophe vermieden haben.

Der Bürgermeister fordert, dass Kreuzfahrtschiffe in Marghera anlegen und über den tiefer auszubaggernden Kanal Vittorio Emanuele und den Canale dei Petroli fahren. Mit diesem Vorschlag seien Bürger, Gemeinde, Hafenbehörde und die Region Venetien einverstanden. Jetzt fehle noch das grüne Licht der Regierung. Zudem haben Brugnaro und Umweltverbände von der Unesco verlangt, Venedig auf die Liste der gefährdeten Kulturgüter zu setzen, nachdem im Juni ein außer Kontrolle geratener Kreuzfahrtriese beim Anlegen in Venedig ein Ausflugsschiff gerammt hatte. Die Unesco ist diesem Anliegen bislang nicht nachgekommen.