Schweizergarde wird moderner

09.07.2019 • 20:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Gardisten des Papstes unterziehen sich einer Modernisierungskur. AFP
Die Gardisten des Papstes unterziehen sich einer Modernisierungskur. AFP

Erneuerung steht an – mit frischer Uniform, leicht gelockerten Regeln und Werbevideos.

Vatikanstadt Sie beschützen den Papst und sind mit ihren farbenfrohen Uniformen beliebtes Fotomotiv auf dem Petersplatz. Und sie bilden mit 150 Mann die kleinste Armee der Welt. Gegründet wurde die Päpstliche Schweizergarde im Jahr 1506. Heute, 513 Jahre später, schreibt sie sich Erneuerung auf die Fahnen – mit frischer Uniform, leicht gelockerten Regeln und Werbevideos. „Wir betreten Neuland“, sagt der Kommandant der Garde, Christoph Graf.

Denn die Schutztruppe des Heiligen Vaters hat Mühe, Nachwuchskräfte zu finden. Dass die militärisch organisierte Einheit über sich selbst spricht, ist ungewohnt. Denn die Truppe, zu der nur katholische Männer aus der Schweiz dürfen, hat Nachwuchssorgen. „Die gute Wirtschaftslage in der Schweiz, die geburtenschwachen Jahrgänge und die geringer werdende Bedeutung des Glaubens in der Gesellschaft führen dazu, dass uns junge Leute fehlen“, sagt Graf. Bewerberzahlen gingen seit Jahren zurück.

Graf und seine Garde versuchen gegenzusteuern. Werbevideos im Internet und Workshops sollen junge Menschen ansprechen. Zudem wurde die seit Jahrhunderten und verbindlich geltende Mindestgröße für Gardisten von 1,74 Metern in eine Richtgröße umgewandelt. Die weiteren Vorgaben bleiben, zumindest vorerst. Wer als Schutzmann in den Vatikan möchte, muss Schweizer sein, den Militärdienst absolviert, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder das Abitur haben. Und er braucht einen Leumund. Heiraten und Kinder haben dürfen Gardisten. Die traditionellen Uniformen, mit Schwert, auch mit Helm, sind im täglichen Dienst nicht praktisch, sagt der Kommandant. Die Garde hat, als Alternative für den täglichen Dienst, daher jetzt eine Einsatzuniform geschaffen, die praxistauglicher ist: „Die neue Uniform ist fertig und soll öffentlich präsentiert werden.“ Es fehle nur noch der päpstliche Segen.