Emotionslos bis zum Urteil

Welt / 10.07.2019 • 22:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ali B. hatte beim Prozessauftakt gestanden, das 14-jährige Mädchen umgebracht zu haben. Die Vergewaltigung bestritt er. AFP
Ali B. hatte beim Prozessauftakt gestanden, das 14-jährige Mädchen umgebracht zu haben. Die Vergewaltigung bestritt er. AFP

Ali B. wurde für den Mord an der 14-jährigen Susanna zu lebenslanger Haft verurteilt.

Wiesbaden Als Mörder der 14-jährigen Schülerin Susanna aus Mainz ist Ali B. zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Wiesbadener Richter stellten am Mittwoch in ihrem Urteil zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ist damit für den irakischen Flüchtling so gut wie ausgeschlossen. Susanna sei ihrem Täter schutzlos und ohnmächtig ausgeliefert gewesen. Nach Auffassung seiner Richter ist Ali B. „hochgefährlich“. In ihrem Urteil sprach sich die Kammer mit Vorbehalt für eine Sicherungsverwahrung des 22 Jahre alten Irakers aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Aus Sicht des Gerichts hatte der Angeklagte kein ernstzunehmendes Wort des Bedauerns geäußert. Er habe „weder Reue noch Mitgefühl“ gezeigt, erklärte der Vorsitzende Richter Jürgen Bonk in seiner Urteilsbegründung. Das Landgericht sah es als erwiesen, dass Ali B. Susanna vor mehr als einem Jahr in einem Waldgebiet in der Nähe des Wiesbadener Stadtteils Erbenheim vergewaltigt und ermordet hat. Die Leiche des Mädchens aus Mainz war am 6. Juni 2018 in einem Erdloch in der Nähe von Bahngleisen gefunden worden. Rund zwei Wochen nach dem Verschwinden von Susanna waren die Einsatzkräfte nach einem Zeugenhinweis auf das Versteck mit dem toten Mädchen gestoßen.

Kurz nach dem Tod von Susanna hatte sich Ali B. mit seiner Familie in seine Heimat abgesetzt. Im kurdisch kontrollierten Nordirak wurde er jedoch wenige Tage danach gefasst und von der Bundespolizei nach Deutschland zurückgebracht.

Ali B. hatte zum Prozessauftakt gestanden, das 14-jährige Mädchen umgebracht zu haben. Die Vergewaltigung bestritt er. Bei Susannas Mutter entschuldigte sich der Angeklagte in seinem letzten Wort vor Gericht. In einem weiteren Prozess muss sich der Iraker wegen der Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens verantworten.