Gefährlicher Lebensraum

Welt / 12.07.2019 • 22:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Vor allem Überfischung, illegale Fischerei und Plastikverschmutzung haben die Populationen drastisch dezimiert. APA
Vor allem Überfischung, illegale Fischerei und Plastikverschmutzung haben die Populationen drastisch dezimiert. APA

Über die Hälfte der Hai- und Rochenarten im Mittelmeer bedroht.

Berlin, Hamburg Wie ein WWF-Bericht zeigt, ist mehr als die Hälfte aller Hai- und Rochenarten im Mittelmeer nach Angaben der Tierschutzorganisation WWF bedroht. Gefährdet sind 23 Hai- und 16 Rochenarten – und damit rund 53 Prozent. „Ein Drittel akut“, warnte Simone Niedermüller, Meeresbiologin des WWF Österreich. Vor allem Überfischung, illegale Fischerei und Plastikverschmutzung haben Hai- und Rochenpopulationen drastisch dezimiert.

Hauptgrund für den besorgniserregenden Rückgang ist die Überfischung von Haipopulationen, vor allem durch zwei Mittelmeerstaaten: Libyen (4260 Tonnen) und Tunesien (4161 Tonnen) dokumentieren pro Jahr etwa drei Mal so viele Fänge wie Italien (1347 Tonnen) und Ägypten (1141 Tonnen). Einige Arten werden direkt für den Verkauf gefangen. Beim Großteil der restlichen Arten handelt es sich um unerwünschten Beifang, der sterbend zurück ins Meer geworfen wird.

Verschmutzung durch Plastikmüll ist dem WWF zufolge eine weitere Bedrohung. Haie verwechseln Kunststoff mit Nahrung oder verfangen sich in Plastikgegenständen und verlorenen Netzen. Mitverantwortlich ist auch der grassierende Etikettenschwindel bei Fischprodukten. „DNA-Tests haben gezeigt, dass Verbraucher, die Schwertfisch essen, oftmals zu illegal vermarktetem Haifischfleisch greifen. Das birgt auch gesundheitliche Risiken, da der Quecksilbergehalt bei einigen Haiarten weit über den gesetzlichen Grenzwerten liegt“, warnte Niedermüller. Der WWF fordert ein besseres Management und die Regulierung der Hai-Fischereien, vor allem die Umsetzung bereits bestehender Schutzmaßnahmen.  „Die Datenaufnahme und Kontrolle von Fängen muss verbessert, Beifänge reguliert und besonders wichtige Lebensräume, wie Geburts- und Aufzuchtgebiete, geschützt werden“, betonte der WWF.