MH17-Abschuss noch ungesühnt

Welt / 16.07.2019 • 22:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vom Unglücksort der Malaysischen Airline MH17, wo 298 Menschen starben, werden auf dem Archivbild die Flugzeugteile zur weiteren Untersuchung abtransportiert. Reuters
Vom Unglücksort der Malaysischen Airline MH17, wo 298 Menschen starben, werden auf dem Archivbild die Flugzeugteile zur weiteren Untersuchung abtransportiert. Reuters

Abschuss von Malaysia-Airlines-Flieger: Fünf Jahre nach der Tragödie viele offene Fragen.

Kiew/Moskau Brennende Flugzeugtrümmer und tote Passagiere noch angeschnallt in ihren Sitzen – es sind tragische Bilder, die sich am 17. Juli 2014 in der Ostukraine bieten. In der Ortschaft Hrabowe kracht an dem Tag ein malaysisches Flugzeug mit 298 Menschen an Bord auf die Erde – abgeschossen über dem Kriegsgebiet Donbass. Doch auch am fünften Jahrestag bleiben viele Fragen zur MH17-Tragödie offen. Eine internationale Untersuchungskommission in den Niederlanden sieht erdrückende Beweise für eine Schuld der aus Russland unterstützten Separatisten. Vier Verdächtige, drei Russen und ein Ukrainer, benannten Ermittler im Juni. Sie sollen für den Abschuss der Maschine mit einer Rakete russischer Bauart vom Luftabwehrsystem Buk verantwortlich sein. Gegen sie beginnt am 9. März 2020 der Prozess in den Niederlanden, weil das Land die meisten Opfer zu beklagen hat.

Die Toten des MH17-Fluges sind bis heute die größte einzelne Opfergruppe dieses blutigen Konflikts im Donbass, bei dem nach UN-Schätzungen rund 13.000 Menschen starben. Russland weist bis heute jede Verantwortung zurück. Eine Überstellung müssen die wegen 298-fachen Mordes Verdächtigten nicht befürchten. In Moskau hat der Hauptverdächtige Igor Girkin mehrfach betont, dass die Separatisten nichts mit dem Abschuss zu tun hätten. Die russische Position sei klar, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow: „Und sie basiert natürlich darauf, dass Ermittlungen ohne Beteiligung Russlands wohl kaum anerkannt werden können.“ Für Russland waren die Folgen des Abschusses verheerend. Der regionale Konflikt erhielt erstmals eine internationale Dimension. Unklar ist, warum die Ukraine den Luftraum nicht sperrte. Wollte das finanziell angeschlagene Land nicht auf die Einnahmen verzichten?