Liste der bedrohten Arten wächst rasant

Welt / 19.07.2019 • 22:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nur noch 2000 Exemplare der Roloway-Meerkatze leben in freier Wildbahn. AFP
Nur noch 2000 Exemplare der Roloway-Meerkatze leben in freier Wildbahn. AFP

Von 105.000 stehen 28.000 Arten direkt vor dem Aussterben.

Paris Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat der Roten Liste 7000 bedrohte Arten hinzugefügt. In der neuesten Fassung sind somit 105.000 Arten aufgeführt, von denen 28.000 als direkt vom Aussterben bedroht gelten. „Der Niedergang der Natur vollzieht sich in einem nie dagewesenen Tempo“, erklärte IUCN-Chefin Grethel Aguilar. Primaten, Fische und Bäume sind demnach vor allem durch die Rodung der Wälder und Überfischen bedroht.

Änderungen gefordert

Im Mai hatte der Weltrat für Biodiversität (IPBES) in seinem Bericht gewarnt, dass rund eine Million Tier- und Pflanzenarten schon „in den kommenden Jahrzehnten“ ausgestorben sein könnten, sollte die Menschheit ihren Umgang mit der Natur nicht ändern. Die Wissenschafter forderten „tiefgreifende Änderungen“ vor allem in der Landwirtschaft.

In die aktuelle Fassung der Roten Liste der IUCN wurden unter anderem Breitnasenfische und Gitarrenfische, aber auch sieben Primatenarten aufgenommen. So leben von der Roloway-Meerkatze nur noch 2000 Exemplare in der Elfenbeinküste und Ghana in freier Wildbahn. In West- und Zentralafrika seien 40 Prozent aller Primaten vom Aussterben bedroht, erklärte die Weltnaturschutzunion. Die größte Gefahr bestehe für Arten, die von Menschen als Nahrung genutzt würden, erklärte der Chef der für die Rote Liste zuständigen IUCN-Abteilung, Craig Hilton Taylor. Zum Schutz der Tiere brauche es mehr Schutzgebiete und eine bessere Überwachung. Zudem sollten nachhaltiger Tourismus –etwa Affenbeobachtungen – und die Suche nach Fleischalternativen gefördert werden. In Japan sind den Angaben zufolge mehr als die Hälfte der Süßwasserfischarten vom Aussterben bedroht, in Mexiko mehr als ein Drittel. Auf die Rote Liste wurden aber auch mehr als 500 Tiefseefische und Mollusken gesetzt, die mehr als tausend Meter unter der Wasseroberfläche leben. Viele dieser Tiere stammten noch aus der Zeit der Dinosaurier, erklärte der Experte der Zoological Society of London, Andrew Terry. „Auch nur eine dieser Arten zu verlieren, kommt dem Verlust von Millionen Jahren der Evolutionsgeschichte gleich.“