Zweite Erde entdeckt

Welt / 01.08.2019 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die österreichische Astronomin Lisa Kaltenegger im Planetarium im Wiener Prater. APA
Die österreichische Astronomin Lisa Kaltenegger im Planetarium im Wiener Prater. APA

Astronomen wollen auf Planet in Erdnähe nach Lebenszeichen suchen.

Wien Einen Planeten, auf dessen Oberfläche möglicherweise lebensfreundliche Bedingungen herrschen, hat ein internationales Astronomenteam gefunden. „Es ist aufregend, da dies die erste Super-Erde in der Nähe ist, die Leben beherbergen könnte“, so die an der Analyse beteiligte österreichische Astrophysikerin Lisa Kaltenegger. Wobei Nähe hier relativ ist, ist der fragliche Stern GJ 357 doch 31 Lichtjahre von der Erde entfernt und findet sich im Sternbild Wasserschlange. Möglich wurde der Fund durch den Transiting Exoplanet Survey Satellite (Tess) der NASA. Mit dessen Hilfe stießen die Wissenschafter im Februar 2019 auf einen Exoplaneten, der auf seiner Umlaufbahn GJ 357 teilweise bedeckt und dadurch dessen Licht abschwächt. Dieser GJ 357 b genannte Planet entpuppte sich als etwa 22 Prozent größer als die Erde. Die Temperatur auf GJ 357 b wird auf 250 Grad Celsius geschätzt. „Wir bezeichnen GJ 357 b als sogenannte heiße Erde“, erklärte Stefan Dreizler vom Institut für Astrophysik der Universität Göttingen.

Die Existenz von GJ 357 b konnte das Forscherteam unter der Leitung des Instituts für Astrophysik der Kanarischen Inseln auf Teneriffa bestätigen. Überraschenderweise stießen die Wissenschafter in der Folge auf zwei weitere Exoplaneten –  GJ 357 c und GJ 357 d. Während GJ 357 c aller Wahrscheinlichkeit nach sehr heiß ist und mindestens das 3,4-Fache der Erdmasse hat, könnte der äußerste bekannte Geschwisterplanet des Systems – GJ 357 d – Bedingungen wie auf der Erde bieten, heißt es in einer Aussendung des Tess-Teams. „Mit einer dichten Atmosphäre könnte der Planet GJ 357 d flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche halten, wie die Erde“, sagte Kaltenegger. Er sei „einer der besten Planeten“, um mit zukünftigen Teleskopen nach Lebenszeichen zu suchen.