Wenn Lebensmittel tödlich sind

02.08.2019 • 20:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Vorjahr wurden Tausende Fälle von lebensmittelbedingten Infektionen gemeldet.
Im Vorjahr wurden Tausende Fälle von lebensmittelbedingten Infektionen gemeldet.

Laut AGES waren im Vorjahr Listerien am gefährlichsten.

Graz Kühlen, waschen, kochen und genießen: Leider wird diese Abfolge beim Essen nicht immer eingehalten. Dem Genuss folgen dann Durchfall und Erbrechen, verursacht durch Keime. 2018 starben in Österreich 23 Menschen an keimverseuchten Lebensmitteln. Bei der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Graz ist das Zentrum für lebensmittelbedingte Krankheiten angesiedelt. Immer wieder haben es die Experten in den Labors mit klassischen Erregern zu tun: Listerien, Campylobacter, Salmonellen sowie Noroviren und VTEC-Bakterien (Verotoxin bildende E.coli, auch bekannt als EHEC) zu tun. Sie alle werden auf Menschen übertragen und können tödlich sein.

2018 sind in Österreich 27 Fälle von Erkrankungen aufgrund von Listerien gemeldet worden. Acht davon gingen tödlich aus. Die Sterblichkeit liegt bei 20 bis 30 Prozent, warnten die Experten am Freitag: „Der Konsument ist kaum an mit Listerien verseuchten Produkten schuld, aber die potenziell gefährlichen Waren wie Weichkäse oder roher Lachs müssen sehr kühl gelagert werden.“ Der Kühlschrank sollte vier Grad Celsius und nicht nur zehn Grad Celsius kalt sein. Aufgrund der Schwere der Krankheit bei Listerien ist die Dunkelziffer gering.

Anders ist das bei Campylobacter: Der Erreger ist häufig im Darm von Geflügel zu finden und kann sich bei der Verarbeitung auch auf das Fleisch übertragen. Wird rohes Huhn zum Kochen vorbereitet und danach etwa der Salat gemacht, können sich die Keime übertragen. Infiziert sich der Mensch, bekommt er meist Durchfall. Doch viele gehen deswegen gar nicht zum Arzt, weshalb die Dunkelziffer bei Campylobacter sehr hoch ist. 2018 gab es in Österreich 7982 gemeldete Fälle, sechs davon endeten mit dem Tod des Patienten. Tatsächlich dürfte es laut den Experten etwa 40.000 bis 80.000 Erkrankungen pro Jahr geben.

Bei Salmonellen ist die Dunkelziffer fünf bis zehn Mal höher als die gemeldeten Fälle: Im Vorjahr waren es 1533, wovon fünf tödliche Folgen hatten. Am Norovirus sind 2018 laut Statistik in Österreich 1572 Menschen erkrankt, vier davon starben daran. VTEC-Fälle wurden 300 gezählt, allerdings ohne einen Todesfall.